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Vollblut-Pferde: Luxus auf vier Hufen

Anke Rottmann by Anke Rottmann
3. Februar 2021
Vollblut-Pferde kommen vor allem bei Pferderennen zum Einsatz.

Foto: unsplash.com/Philippe Gras (Symbolfoto)

Elf Millionen Euro für ein einziges Pferd – diese unfassbare Summe soll der Schweizer Georg Kähny für Palloubet d’Halong bekommen haben. Damit ist der Fuchs das teuerste Pferd der Welt in einer olympischen Disziplin. Und er ist nicht alleine – vor allem Vollblut-Pferde schaffen es in den Olymp der Millionäre.

Erst kürzlich hat der plötzliche Tod von Totilas in Deutschland und Europa für Trauer und Bestürzung gesorgt: Der Hengst galt als eines der teuersten Pferde der Welt. Im Dezember verstarb er im Alter von nur 20 Jahren infolge einer Kolik.

Zuvor hatte bereits sein Verkauf im Jahre 2010 für Furore gesorgt. Damals soll Paul Schockemöhle für den Dressur-Superhengst zehn Millionen Euro bezahlt haben. Eigentlich eine gute Anlage: Der damals zehnjährige Totilas galt als sicherer Kandidat für alle Goldmedaillen dieser Welt – und war als Hengst natürlich ein begehrter Samenspender. Sportlich kam es anders, nur fünf Jahre nach dem Verkauf wurde bei dem KWPN-Hengst ein Knochenödem am linken Hinterbein festgestellt – das Ende für die Turmierkarriere. Immerhin als Deckhengst war er danach weiterhin begehrt.

Diese Verdienstmöglichkeit fiel bei Palloubet d’Halong weg, schließlich ist er ein Wallach. Doch als Spring-Wunder sollte er Medaillen holen. Ein Plan, der ebenfalls nicht so einfach aufging: Zwar holte sich der Fuchs mit seinem Reiter die Olympia-Qualifikation, doch 2017 verschwand Palloubet d’Halong von den Starterlisten. Er sei verletzt, hieß es.

Zwei Jahre später tauchten er und sein Reiter Bassem Mohammed wieder auf. An die alten Erfolge konnten sie nicht anknüpfen: Bei einem Turnier im niederländischen Valkenswaard schafften sie den Parcours fehlerfrei, waren aber zu langsam – sie landeten auf Platz 24!

Totilas, das teuerste Pferd der Welt, ist tot
Foto: Wikimedia/Roland Hitze

60 Millionen Dollar für ein Rennpferd

Zehn Millionen, elf Millionen – über diese Preise können die Amerikaner nur müde lächeln. Sie haben Fusaichi Pegasus, der bereits als Jährling für vier Millionen Dollar verkauft wurde. Nachdem der Hengst als Rennpferd die ersten Erfolge hatte, kletterte sein Preis in die Höhe: Rund 60 Millionen Dollar soll ein irischer Züchter für ihn gezahlt haben – umgerechnet fast 50 Millionen Euro.

Doch als Deckhengst sorgte das Amerikanische Vollblut nicht mehr für Furore, galt sogar als Enttäuschung – besonders gemessen an dem horrenden Preis, der für ihn gezahlt worden war. Mit Ende der Zuchtsaison 2020 wurde Fusaichi Pegasus aus dem Dasein als Deckhengst entlassen.

Drei Geschichten, dreimal kein Happy End. Und dennoch zahlen Züchter und Sponsoren weiterhin auf der ganzen Welt Millionen für den Traum vom Erfolg. Doch was macht Pferde eigentlich teuer?

Rasse und Abstammung bestimmen den Preis für Vollblut-Pferde

Eine der Haupt-Faktoren ist die Rasse – und ihr Erfolg im Sport. Da besonders im Rennsport Milliarden weltweit umgesetzt werden, sind Rennpferde auch Luxus auf vier Hufen. Das macht den Vollblutaraber zur teuersten Rasse der Welt. Er gehört nicht nur zu den ältesten Pferderassen, sondern bringt auch im Rennsport die höchsten Gewinne. Die Nachkommen sind so begehrt, dass sie für Privatpersonen unbezahlbar sind, nur schwerreiche Sponsoren oder Züchter können ihre Preise bezahlen.

Ebenfalls teuer sind Englische Vollblüter, die in England als die schnellsten Rennpferde gelten. Entsprechend werden für erfolgreiche Pferde schnell Millionen gezahlt. Auf Platz drei landen keine Renn-, sondern Westernpferde: Das American Quarter Horse ist in Amerika vor allem deshalb teuer, weil es so beliebt ist – und bei Rodeos für Einnahmen sorgt.

Neben Rasse und sportlichen Erfolgen ist die Abstammung ein Preistreiber. Ein Totilas-Nachfolger kostet mehr als das Fohlen einer Weideliebe… Auch das Alter und die Ausbildung sind entscheidend. Natürlich können bereits Jährlinge Millionenpreise erzielen, nach den ersten Erfolgen steigt der Preis dann entsprechend. Im Schnitt erzielen Vollblut-Pferde zwischen fünf bis neun Jahren, die bereits weit ausgebildet sind, die höchsten Preise.

Foto: unsplash.com/Jan Canty (Symbolfoto)

Die teuersten Vollblut-Pferde der Welt

Nach Fusaichi Pegasus knackte ein weiteres Rennpferd die 60 Millionen-Dollar-Marke: Für genau diese Summe wechselte Big Brown im Jahr 2008 den Besitzer. Platz drei der Multi-Millionen-Dollar-Pferde schaffte das Vollblut-Rennpferd Shareef Dancer – mit 40 Millionen Dollar.

Das teuerste Jungpferd aller Zeiten war Seattle Dancer, der bereits als Jährling bei einer Auktion unter Züchtern extrem begehrt war und am Ende für 13,1 Millionen Dollar verkauft wurde. Das Geld war keine Erfolgs-Garantie: Mit zwei Siegen bei fünf Starts endete seine Sportlerkarriere.

Insgesamt sind sechs Rennpferde in den Top Ten der teuersten Pferde, dazu zwei Springpferde (neben Palloubet d‘Halong noch Bella Donna mit sieben Millionen Dollar), ein Dressurpferd (Totilas) – und ein Traber: Mystic Park wurde für fünf Millionen Dollar verkauft.

Tags: AbstammungRasseRennsportteuersten Pferde

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