Für Reiter, die regelmäßig im Gelände unterwegs sind, ist der Reitpass wie ein Führerschein hoch zu Ross. Der korrekte Umgang mit der Umwelt, im Straßenverkehr und und der Natur stehen hier im Vordergrund und sorgen für Sicherheit bei Pferd und Reiter.
Wer den Reitpass (auch Deutscher Reitpass oder Reiterpass genannt) erwerben möchte, muss über den Basispass Pferdekunde verfügen und an einem Vorbereitungslehrgang teilgenommen haben, der von einem FN-Reitverein durchgeführt wird. Auf dem Basispass Pferdekunde aufbauend werden hier zunächst die theoretischen und praktischen Grundlagen für das Leistungsabzeichen im Unterricht vermittelt, geübt und vertieft.
Schwerpunkte in der praktischen Vorarbeit zum Reiterpass sind vor allem das korrekte und sichere Verhalten bei einem Ausritt in der Gruppe wie das Kolonnereiten, das Reiten in allen drei Grundgangarten einzeln und in der Gruppe sowie das Wegreiten von der Gruppe und das Galoppieren von Punkt zu Punkt.
Facettenreich trainiert für den Reitpass
Auch das sichere Überqueren der Straße und das Bewältigen kleiner, natürlicher Hindernisse wie Kletterstellen, Bäche und Baumstämme sind Bestandteil des praktischen Unterrichts und der Prüfung zum Reiterpass, ebenso wie die richtige Vorbereitung des Pferdes auf das Ausreiten, das richtige Verhalten bei Unfällen und die Versorgung des Pferdes während einer Rast und bei Unfällen.
Der theoretische Unterricht vermittelt dazu die Grundkenntnisse der Reitlehre und der Pferdehaltung wie Sitz und Pflege, das reiterliche Verhalten gegenüber Nicht-Reitern und Umwelt, die Bestimmungen zum Umweltschutz, das korrekte Verhalten im Straßenverkehr, Unfallverhütung sowie Kenntnisse der wichtigsten Rechtvorschriften.
Geprüft werden Theorie und Praxis
An den Vorbereitungslehrgang schließt sich in der Regel die Prüfung zu diesem Leistungsabzeichen an. Wie beim Reitabzeichen besteht sie aus zwei Teilprüfungen, die an einem bzw. zwei aufeinanderfolgenden Tagen absolviert werden müssen. Manche Richter nehmen die theoretische Prüfung auch direkt im Gelände ab.
Die Anforderungen der Prüfung sind dabei auf alle Reitweisen abgestimmt. Abgeprüft werden hier die zuvor im Unterricht erworbenen Kenntnisse. Wer beide Teile mit „bestanden“ erfolgreich absolviert, bekommt im Anschluss den Reitpass und zeigt damit, dass er das Geländereiten in Theorie und Praxis sicher und verantwortungsvoll beherrscht.
Freiwillige Aufgabe: Springen im Gelände
Wer möchte, kann während der praktischen Prüfung zusätzlich noch vier feste Geländehindernisse springen, die bis zu 80 cm hoch sind. Das erfolgreiche Absolvieren der Aufgabe „Springen im Gelände“ wird dann gesondert im Reitpass vermerkt, ein Nicht-Bestehen hat aber keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis.








