Gebisslos reiten liegt im Trend. Viele greifen dann zum Hackamore. Doch wo kommt der Zaum eigentlich her? Und ist Hackamore gleich Hackamore? Hier erfährst Du es…
Immer mehr schwören darauf – aufs Reiten ohne Gebiss. Das ist sanfter fürs Pferd, sagen die Fans. Sicher ist: Wer ohne reitet, kann sich selbst kontrollieren. Denn: Ohne Gebiss zeigt sich, ob man wirklich unabhängig vom Zügel reitet.
Die bekanntesten gebisslosen Zäume sind der Reitkappzaum – und das Hackamore. Doch was ist das? Und wo kommt es her? Wir beantworten hier die wichtigsten Fragen.
Was ist ein Hackamore?
Kurz gesagt: Es ist eine gebisslose Zäumung. Am bekanntesten ist die altkalifornische Variante. Sie besteht aus:
- Bosal, dem Nasenstück
- Hanger, dem Lederzaum um den Pferdekopf
- Mecate, den Zügeln
Ganz wichtig: Das Hackamore muss genau angepasst werden. Es darf nicht zu eng und nicht zu weit sein.
Wer nutzt ein Hackamore?
In Amerika wird es von den Cowboys und Westernreitern genutzt – und zwar vor allem in der Ausbildung der Pferde. Das hat zwei Gründe: Durch das gebisslose Reiten soll das Pferdemaul nicht abzustumpfen. Dazu kommt: Pferde werden heute früher angeritten, zahnen aber erst im Alter von vier bis fünf Jahren. In dieser Zeit soll das gebisslose Reiten auch den Kiefer und das Gebiss entlasten.
Wo kommt der Zaum her?
Die Geschichte reicht bis ins Jahr 4.000 vor Christus zurück. Das erste Hackamore war wahrscheinlich ein Stück Seil, das um die Nase oder den Kopf eines Pferdes gelegt wurde. 500 vor Christus verfeinerten die Perser diese Ur-Form: Sie nutzen einen dicken geflochtenen Nasenriemen, um dem Pferd zu helfen, in die gleiche Richtung zu schauen und sich zu bewegen. Dies wurde Hakma, auf Deutsch: die Heilende, genannt.
Über Afrika kam der Zaum dann nach Spanien und später in die „neue Welt“, also nach Amerika. Bei den Cowboys in Kalifornien boomte der Zaum schließlich und wurde zum „Inbegriff der kalifornischen Reitweise“. Übrigens: Als einer der bekanntesten Fans des Bosals gilt Jean-Claude Dysli.

Mechanisches Hackamore – ein „Etikettenschwindel?
Es gibt aber nicht nur das kalifornische oder die natürliche Variante – sondern auch das mechanische Hackamore. Die beiden Zäume verbindet jedoch lediglich der Name und die Tatsache, dass beide gebisslos sind.
Die mechanische Hackamore besteht aus einem mehr oder weniger breiten Nasenriemen, einem Kinnriemen oder einer Kinnkette, die beide ihrerseits durch einen mehr oder weniger großen Hebel in Form von Anzügen aus Metall, welche seitlich am Pferdekopf liegen, verbunden sind.
Der Zaum wirkt auf den ersten Blick sanft. Nur: Im Prinzip ist sie eine gebisslose Kandare. Die Zügeleinwirkung geht nur nicht auf das Maul und die Zunge, sondern auf Genick, Pferdenase und den empfindlichen Kinnerv. Übrigens: Diese Variante stammt aus der mexikanischen beziehungsweise US-amerikanischen Rodeo-Szene. Es wird deshalb auch mexikanisches Hackamore genannt.








