Es gibt viele Stellen, die beim Reiten wund scheuern können: die Finger an den Stellen, wo die Zügel liegen. Die Knie. Oder eben: der Intimbereich. Gerade Frauen klagen über Wundreiten zwischen den Beinen. Was helfen kann? Wir zeigen die Möglichkeiten auf – von Reitunterwäsche gegen Wundreiten bis zur Beauty-Op.
Vor wenigen Monaten sorgte ein Reel für hitzige Diskussionen. Gepostet hatte es der Instagram-Kanal „diemitdenpferden“, der zum „WDR“ gehört. Der kurze Clip zeigte einen Ausschnitt aus der „ARD“-Doku „Mein Körper. Meine Vulva. – Warum so tabu?“. Darin ging es um die Westernreiterin Annika. Sie klagt über Schmerzen im Intimbereich, wenn sie reitet. Als Lösung – und offenbar auch aus ästhetischen Gründen – entscheidet sie sich für eine OP, bei der ihre inneren Schamlippen verkleinert werden.
Einige Wochen nach er Operation sitzt sie wieder im Sattel – und habe seitdem keine Schmerzen mehr. Das Reel hat eine Diskussion angestoßen: Zum einen freuen sich viele Kommentatorinnen über die Offenheit der Protagonistin. Und darüber, dass so ein intimes Thema, mit dem sie sich zuvor allein geglaubt haben, öffentlich stattfindet. Andere hätten sich hingegen gewünscht, dass auch andere Hilfsmittel gegen Wundreiten im Intimbereich zur Sprache gekommen wären. Denn: Eine OP sollte der letzte Schritt sein, so das Gros der Meinungen.

Und so ist die Kommentarspalte auch eine wahre Fundgrube an Tipps, was noch gegen Wundreiten im Intimbrereich helfen könnte. Wir haben einige der Empfehlungen genauer unter die Lupe genommen.
Reitunterwäsche gegen Wundreiten
Die Wahl der richtigen Unterwäsche sei entscheidend, um unangenehmes Scheuern im Intimbereich zu vermeiden, raten Expertinnen. Nahtlose Unterhosen aus einem atmungsaktiven Material – am besten ohne Spitze – sorgen dafür, dass es weniger unangenehm drückt. Periodenunterwäsche oder Radlerunterwäsche (Affiliate-Link) ist leicht gepolstert und kann dadurch ebenfalls angenehmer sein. Zudem gibt es spezielle Reitslips (Affiliate-Link) mit Sitzpolster.
Anderer Sattel und Sattelauflagen gegen Wundreiten im Intimbereich
Eine zweite Möglichkeit sind Verbesserungen an der Stelle, gegen die wir uns Wundreiten – am Sattel. „Historisch gesehen sind unsere Sättel für Männer gemacht“, erklärt Osteopathin Barbara Welter-Böller gegenüber „Cavallo“. „Für Frauen gab es Damensättel.“ Aufgrund der weiblichen Anatomie liege bei Frauen das Schambein tiefer im Sattel als bei Männern. Sie stoßen sich daher leichter am Vorderzwiesel – das begünstigt Wundreiten im Intimbereich.
Auch Ausbilderin Elke Potucek-Puscha bestätigt, dass manche Sättel „sehr frauenfeindlich“ sind, „weil der Hinterzwiesel relativ steil nach oben ragt und man auf dem Schambein sitzt“. Wer nicht sofort den ganzen Sattel austauschen möchte, kann es zunächst mit einem Gelpad (Affiliate-Link) oder einem Lammfell (Affiliate-Link) auf dem Sattel probieren.

Mittlerweile gibt es aber auch Sättel für Frauen, bei denen unter anderem der Sattelbaum ausgeschnitten und zum Teil mit Schaumstoff oder Leder unterfüttert ist. Das soll Reibung im Intimbereich vermeiden.
Sitz verbessern
Nicht immer müssen äußere Faktoren schuld sein am Wundreiten. Vielleicht ist es ein Hinweis darauf, Deinen eigenen Sitz kritisch zu überprüfen. Schwingt Deine Hüfte locker mit oder „schiebst“ Du gegen die Bewegung?
Und wenn der Intimbereich schon wund ist? Dann helfen Cremes mit gerbenden Inhaltsstoffen (Affiliate-Link) bei der Wundheilung.








