Auch Pferde tun es: Sie knirschen mit den Zähnen. Das kann nicht nur ganz schön laut sein – es ist vor allem ein Warnsignal. Denn das Zähneknirschen zeigt, dass etwas nicht stimmt. Hier sieben Fakten zum tierischen Bruxismus.
Wenn Pferde zufrieden schnauben, wissen wir: Ihre Welt ist gerade in Ordnung. Doch wenn sie mit den Zähnen knirschen, sollten wir hellhörig werden. Denn das ist ein Alarmsignal. Und das solltest Du auf jeden Fall ernst nehmen.
Mediziner sprechen in diesem Fall vom Bruxismus. Das kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt Zähneknirschen. Das Problem: Es gibt viele Gründe, warum Pferde mit den Zähnen knirschen. Für die Besitzer heißt es: Sie müssen Ursachenforschung betreiben. Deshalb hier sieben Fakten zum tierischen Bruxismus.
1) Zähneknirschen durch Stress
Wenn Menschen mit den Zähnen knirschen, ist oft Stress der Auslöser. Auch bei Pferden gehört er zu den typischen Gründen fürs Zähneknirschen. Das Problem: Stress bei Pferden kann viele Ursachen haben. Dazu gehören zum Beispiel Überforderung beim Training, schlechte Haltung, aber auch zu häufige Stallwechsel, zu wenig Sozialkontakte oder die falsche Herde können Dein Pferd stressen. Kurz: Wenn Stress der Auslöser fürs Zähneknirschen ist, musst Du den genauen Ursprung finden.

2) Auch Schmerzen können ein Auslöser sein
Das Knirschen mit den Zähnen kann auch ein Ausdruck von Schmerz sein. Leider gilt auch hier – wie beim Stress: Der eigentliche Auslöser ist nicht immer leicht zu finden. Es kann eine Verspannung sein, aber auch ein erstes Anzeichen für eine Kolik.
3) Falsche Ausrüstung fördert Zähneknirschen
Wenn Dein Pferd mit den Zähnen knirscht, solltest Du auf jeden Fall einmal die Ausrüstung kontrollieren. Liegt es am Gebiss? Dann kannst Du Dein Pferd mal gebisslos reiten. Hört es dann mit dem Zähneknirschen auf, kannst Du verschiedene Gebisse ausprobieren – oder ganz auf gebisslos umsteigen.
Dazu solltest Du auch den Sattel und den Gurt checken. Denn: Auch Sattel- oder Gurtzwang sind oft ebenfalls Auslöser für Unwohlsein und Zähneknirschen.

4) Zähneknirschen – Hinweis auf Magenschmerzen
Tatsächlich kann das Zähneknirschen auch ein Hinweis auf Probleme mit dem Magen, zum Beispiel Magenscherzen oder ein Magengeschwür, bei Pferden sein. Weitere Anzeichen sind stumpfes Fell, Appetitlosigkeit, Flehmen oder häufiges Gähnen. In diesem Fall solltest Du Deinen Tierarzt rufen. Ein Magengeschwür kann mit einer Magenspiegelung diagnostiziert werden.
5) Hilfsmittel gegen Zähneknirschen – Top oder Flop?
Früher wurde durchaus mal Sattelseife aufs Gebiss geschmiert, um das Zähneknirschen zu stoppen. Heute werden als Lösung gegen das Zähneknirschen zum Beispiel kleine „Bälle“ angeboten, die Reiter ihren Pferden vor dem Training geben können. Die „Bälle“ werden durch das Kauen zu einer gelartigen Substanz. Das Gel bildet eine Schicht über den Zähnen des Pferdes – sie verhindert, dass die Zähne durch Zähneknirschen beschädigt werden. Das hilft zwar kurzfristig, aber: Das Problem wird so nicht gelöst.

6) Besuch beim Zahnarzt
Bei der Suche nach den Ursachen fürs Knirschen der Zähne solltest Du für Dein Pferd auch einen Termin beim Zahnarzt machen. Denn: Wenn Pferde starke Zahnkanten entwickelt haben, kann das auch eine Ursache für das Zähneknirschen sein. Dazu kommt: Wie bei uns Menschen sorgt das Zähneknirschen für einen Abrieb der Zähne. Auch deshalb sollte der Experte aufs tierische Gebiss gucken.
7) Vorbeugung: Pausen für die Seele
Da Stress zu den Hauptauslösern gehört, kannst Du mit Entspannung vorbeugen. Das heißt zum einen: Überfordere weder Dich noch Dein Pferd im Training. Und dazu: Gönne Deinem Pferd – und Dir! – immer mal wieder eine Auszeit vom Trainingsalltag. Ein entspannter-Ausritt, ein langer Wellness-Tag und natürlich viel Zeit auf der Weide mit den tierischen Freunden – das alles sind Pausen für die Pferdeseele.








