Den besten der Besten bei ihren Ritten zusehen, diese bewerten und die schönsten Turniere der Welt sehen? All das können Dressurrichter machen, wenn sie sich bis in die Königsklasse des Richtens vorgearbeitet haben – doch der Weg dahin ist recht lang.
Die Anfänge
Die Ausbildung zum Richter beginnt mit der Tätigkeit als Richteranwärter. – Die Voraussetzung, um auf die Liste der Richteranwärter berufen zu werden, ist die Mitgliedschaft in einem an die „Deutsche Reiterliche Vereinigung“ (FN) angeschlossenen Pferdesportverein, die Vollendung des 18. Lebensjahrs und die Überprüfung der fachlichen und persönlichen Eignungen für diese Laufbahn durch die zuständige Landeskommission. In die Entscheidung fließen beispielsweise auch die eigenen Prüfungsergebnisse mit ein. Ein offizielles Ende der Richtertätigkeit oder der Fortschreibung ist tatsächlich auch vorgeschrieben, so endet die Tätigkeit mit dem Ablauf des Jahres, in dem das 80. Lebensjahr vollendet wird.
Bevor es mit der Ausbildung zum Richter los geht, muss ein Eingangsseminar absolviert werden – dieses ist für alle Pflicht. In eben diesem wird die persönliche und fachliche Eignung für die Ausbildung festgestellt, darin eingeschlossen ist auch die Beratung des angehenden Richters über die individuelle Laufbahn. Das Seminar dauert mindestens einen Tag und wird mit einem Test beendet.
Richter-Reiten
Möchte man Richter im Reitsport werden, so muss man seinen Antrag an die Landeskommission richten. Die Zulassungsvoraussetzungen sind die Mitgliedschaft in einem Pferdesportverein, die Vollendung des 21. Lebensjahres, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis und Nachweise über bisher erbrachte sportliche Leistungen, Scheine oder Ausbildungen. Außerdem muss der Kandidat oder die Kandidatin erfolgreich am Eingangsseminar und an allen Vorbereitungsmaßnahmen zur Richterliste teilgenommen haben und mindestens ein Jahr (jedoch höchstens vier Jahre) auf der Richter-Anwärterliste der Landeskommission geführt worden sein.
Hinzu kommt der Nachweis eines standardisierten Gutachtens, der Teilnahme an einem mindestens eintägigen Vorbereitungslehrgang, welcher den Prüfungsmodulen vorausgeht. Geprüft werden dann die verschiedenen Module Breitensport, Basisprüfungen und Dressur– und Springprüfungen der Klassen E bis L. Danach bist Du auch für diese Bereiche zugelassen, sofern Du die Prüfung positiv beendet hast.
Es gibt natürlich auch noch Zusatzprüfungen, wenn ein Richter höhere Ambitionen hat. So gibt es die Zusatz- und Höherqualifikationen mit folgenden Schwerpunkten:
- Vielseitigkeit Klasse L Geländepferde und Jagdpferde (VL)
- Aufbauprüfungen Dressur und Springen Klasse L (BA) oder Aufbauprüfung Dressur (AD) oder
Aufbauprüfung Springen (AS) - Dressur-, Dressurreiter- und Dressurpferdeprüfungen Klasse M*/ ** (DM)
- Dressurprüfungen Klasse S*/ ** (DS)
- Dressurprüfungen Klasse S***/ S**** (GP)
- Springprüfungen der Klasse M*/ ** und Springpferdeprüfungen (SM)
- Springprüfung Klasse S* (SS*)
- Springprüfung Klasse S**** (SS)
- Vielseitigkeitsprüfungen Klasse M und S (VS)
Um den Richterposten behalten zu können, müssen die Richter auch nach ihren Prüfungen weiterhin regelmäßig Seminare belegen und sich fortbilden, andernfalls kann die Richterlizenz schnell wieder entzogen werden. Viele der heute erfolgreichen, internationalen Richter sind früher selbst professionell unterwegs gewesen und sind parallel zu ihrer Richterlaufbahn beispielsweise noch aktiv als Ausbilder von Pferd und Reiter tätig.

Das Gehalt – Doch nicht alles so rosarot?
Tatsächlich machen die Richter ihren Job nicht wegen der wahnsinnigen Verdienstmöglichkeiten – im Gegenteil, selbst auf den ganz großen Turnieren gehört viel Idealismus und Liebe zum Sport dazu. Auch, dass man dem Sport etwas zurückgeben möchte, denn ohne die Richter gäbe es weder ländlich, noch international Turniere. Meist bekommen die Richter ihre Reisekosten, Unterkunft und Verpflegung gestellt und erhalten zusätzlich eine kleine Aufwandsentschädigung. Davon leben kann eigentlich keiner – sollte es Ausnahmen geben, bitte an dieser Stelle gerne korrigieren. Auf ländlichen Turnieren gibt es manchmal sogar gar keine Aufwandsentschädigung, dort werden die Richter mit Kaffee, Brötchen und Kuchen verpflegt.
Richter Vorbereitungsplatz
Es gibt tatsächlich auch eine Ausbildung zum Richter Vorbereitungsplatz Reiten. Solch ein Richter wirft dann auf den Arbreiteplätzen ein Auge auf die Turnierreiter. Um diesen Weg einschlagen zu können, musst Du Mitglied in einem Pferdesportverein sein, welcher einem der FN angeschlossenen Landes- oder Anschlussverbände angehört. Außerdem ist es erforderlich, das 21. Lebensjahr vollendet zu haben und ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen. Zu guter Letzt muss nachgewiesen werden, dass Du die Prüfung zum Richteranwärter Reiten oder die Prüfung zum Trainer C Reiten/Leistungssport bestanden hast.
Solltest Du den Trainer C Reiten/Leistungssport absolviert haben, musst Du außerdem vier Platzierungen in mindestens zwei Disziplinen in Prüfungen der Klasse A oder mindestens zwei Platzierungen in der Klasse L in einer Disziplin haben. Die Alternative dazu ist die bestandene Prüfung zum Trainer C Reiten/Leistungssport und der Besitz des RA 2, oder der Besitz des RA2 und Platzierungen in der Klasse L.
Bei höheren sportlichen Erfolgen kannst Du auch Platzierungen in einer Disziplin der Klasse M haben oder die Prüfung zum Trainer A Reiten/Leistungssport bestanden haben. Alternativ kannst Du die Prüfung zum Pferdewirt Fachrichtung Klassischen Reitausbildung bestanden haben und mindestens vier Platzierungen in mindestens zwei Disziplinen in Prüfungen der Klasse A oder mindestens zwei Platzierungen in der Klasse L nachweisen. Wichtig ist, dass es sich bei den sportlichen Erfolgen um registrierte Einzelerfolge handeln muss, WBO Platzierungen reichen hierzu leider nicht aus.
Es müssen noch weitere Nachweise über Seminare angegeben werden. Am Ende entscheidet die Landeskommission über die Zulassung. Geprüft wird am Ende in den Fächern LPO und der praktischen Handhabung auf dem Vorbereitungsplatz, sprich zulässige Aufbauarten, Organisation und Infrastruktur des Vorbereitungsplatzes und in Bezug auf die Reitlehre die Anwendung des Kriterienkatalogs.








