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Zum Wiehern: 7 Sprichwörter ums Pferd

Anke Rottmann by Anke Rottmann
3. Juni 2026
Pferd Wallach

Foto: pixabay.de/Ainslie Gilles-Patel (Symbolfoto)

Klar, wir Pferdemenschen reden gerne über unsere Partner auf vier Hufen. Aber auch Nicht-Pferdemenschen nehmen Pferde oft in den Mund. Warum? Weil es ziemlich viele Sprichwörter ums Pferd gibt. Pferde.de nennt 7 bekannte Redewendungen – und erklärt, woher sie kommen.

Pferde gehören zum Alltag dazu – auch für nicht Pferdemenschen. Warum? Ganz einfach: früher gehörten Pferde zum Leben dazu. Und viele Sprichwörter und Redewendungen haben eine lange Geschichte. Und auch so manches Wort hat sich in den normalen Sprachgebrauch eingeschlichen. Beispiel gefällig? Nun, wie wäre es mit PS. Tatsächlich muss sich noch heute jedes Auto in Pferdestärken messen lassen. Doch auch wenn wir viele Sprichwörter rund ums Pferd kennen – woher kommen sie eigentlich? Hier die Erklärungen…

1 – „Schuften wie ein Pferd“

Was damit gemeint ist? Ganz klar: jemand, der sehr schwer arbeitet. Und wie kam es zu dem Sprichwort? Pferde waren lange Zeit Arbeitstiere. Entsprechend alt ist auch dieser Spruch: Schon August von Kotzebue schrieb 1790: „Alles wohl und gut. Hab, ohne mich zu rühmen, gearbeitet, wie ein Pferd“. Übrigens: Früher gab es auch den Begriff Rossarbeit. Zuerst war damit Arbeit gemeint, die mit Pferden gemacht wurde. Später wurde von Rossarbeit auch bei besonders schwerer Arbeit gesprochen.

Ein Pferd schwitzt durchs Kutschefahren.
Foto: pixabay.de/JD Black (Symbolbild)

2 – „Jemanden etwas vom Pferd erzählen“

Wenn jemand das sagt, dann meint er damit: Du willst mich wohl veralbern. Schuld an dem Sprichwort haben die Pferdehändler. Genauer: Der Ruf, den sie früher hatten. Denn als Pferde noch das Hauptverkehrsmittel galten, priesen die Pferdehändler oft die ganz besondere Leistungsfähigkeit ihrer Tiere an. Nur: Nicht immer hielten die Pferde dann das, was der Händler versprochen hatte…

3 – „Die Sache hat einen Pferdefuß“

Wenn eine Sache einen Pferdefuß hat, dann steckt da ein Nachteil drin, der auf den ersten Blick nicht zu sehen ist. Früher wollte man damit sagen, dass der Teufel in dieser Sache steckt – schließlich hat man einen Pferdefuß. Das wusste auch schon Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). In seinem „Faust“ sagt die Hexe zu Mephisto: „O Herr, verzeiht den rohen Gruß! Seh ich doch keinen Pferdefuß.“

Foto: Pixabay/pezibear

4 – „Ich glaub‘, mich tritt ein Pferd!“

Diese Redewendung ist verhältnismäßig neu und gilt als Ausruf der Überraschung oder auch der Verärgerung. „Erfunden“ wurde sie vermutlich von den Übersetzern der britischen Krimiserie „Die Zwei“ mit Tony Curtis und Roger Moore. Die Serie wurde 1971 und 1972 in Großbritannien ausgestrahlt und darüber hinaus in mehr als 80 Ländern gezeigt. Und auch wenn die Serie nach zwei Jahren bereits vorbei war – der Spruch blieb. So nutzte ihn der ehemalige SPD-Bundesfinanzminister Hans Apel bei einem Interview.

5 – „Das Pferd von hinten aufzäumen“

Wer das Pferd von hinten aufzäumt, fängt etwas verkehrt bzw. von hinten an. Wir Reiter wissen schließlich: Das Zaumzeug gehört an den Kopf, hinten nützt es nichts. Woher der Spruch genau kommt, ist unklar. Fakt ist aber: Schon der Reformator Martin Luther (1483-1546) nutzte die Redewendung in seinen Schriften: „Dasselbig sind die rechte Meister Klüglinge, … die das Pferd im Hintern zäumen.“

Foto: Pixabay/Digwen

6 – Auf Schusters Rappen

Wer auf Schusters Rappen unterwegs ist, der reitet nicht auf schwarzen Pferden, sondern geht zu Fuß. Woher der Spruch kommt? Schuster waren im Mittelalter arme Handwerker, die sich kein Pferd leisten konnten. Stattdessen waren sie zu Fuß unterwegs. Und sie hatten auch keine edlen Schuhe, sondern trugen oft nur etwas, das aus alten, schwarzen Lederstücken zusammengenäht war. Entsprechend waren sie Schusters Rappen.

7 – Auf Trab bringen

Wenn jemand nicht schnell genug ist, dann wird er auf Trab gebracht. Heißt: Man motiviert ihn schneller zu arbeiten. Die Redewendung stammt aus der Sprache der Kavallerie. Dort wurden die Pferde, die lustlos oder unmotiviert waren, auf Trab gebracht. Das hieß: Es wurden Peitsche oder Sporen genutzt…

Du möchtest noch mehr tierische Sprichwörter lesen? Hier haben wir noch mehr für Dich…

Tags: RedewendungenSprichwörter

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