Albtraum Kolik – so kannst du vorbeugen!

Sie ist gefürchtet und von Mythen umrankt: die Kolik. Pferdebesitzer sorgt sie und so ziemlich jeder im Stall kennt Geschichten rund um eine der häufigsten Todesursachen bei den Vierbeinern. Fakt ist: Ausschließen kann man eine Kolik nie. Doch es gibt einige Tipps, mit denen du ihr vorbeugen kannst.

Fressendes Pferd

Um Koliken aktiv entgegenzuwirken, ist es wichtig, zu wissen, was genau die Auslöser hierfür sein können. Denn eine Kolik ist keine Krankheit an sich, sondern schlicht ein Sammelbegriff für Leiden rund um den Bauchbereich des Pferdes. Ganz besonders häufig ist hier der Darm betroffen. Nicht auf alle Auslöser eine Kolik hat man als Pferdebesitzer einen direkten Einfluss. So hast du es sicherlich nicht in der Hand, Darmverschlingungen oder starken Wetterumschwung zu vermeiden. Anders sieht es bei der Fütterung und Haltung aus. Hier gibt es einiges, was der Pferdebesitzer tun kann.

Darmkoliken beim Pferd – das sind die häufigsten Arten

Eine Kolik kann sich in vielen verschiedenen Ausprägungen zeigen. Im Zusammenhang mit Fütterung und Haltung kommen folgende Arten besonders häufig vor:

Gaskoliken liegt eine erhöhte Aufnahme von stark blähendem Futter zugrunde. Dieses gärt im Verdauungstrakt weiter und bildet recht schnell Gase. Häufig zeigt sich beim Pferd ein richtiger Blähbauch. Vielfältige Auslöser – z.B. frisch gemähtes und junges Gras, Mais, große Mengen von Äpfeln – können hier als Übeltäter infrage kommen. Ebenso belastetet Rau- und Kraftfutter in nicht einwandfreier Qualität.

Verstopfungskoliken entwickeln sich häufig über einen längeren Zeitraum hinweg. Trinkt der Vierbeiner zu wenig, wird der Inhalt der des Verdauungstraktes nicht mehr ausreichend fortbewegt. Auch eine schnelle und erhöhte Futteraufnahme oder unzureichend zerkleinertes Futter führen zu einem regelrechten „Klumpen“ im Darm. Genau wie beim Menschen, wird auch beim Pferd die Verdauungstätigkeit durch viel Bewegung unterstützt. Bleibt diese aus, können Verstopfungen die Folge sein.

Ähnlich ist es bei einer Sandkolik. Hierbei nimmt das Pferd aufgrund mangelnder Alternativen (z.B. durch stark abgefressene Weiden) bei der Nahrungsaufnahme über einen Zeitraum größere Mengen Sand oder Erdreich mit auf, welches sich dann im Darm sammelt.

Im schlimmsten Fall kann es im Zuge der Verstopfungen im Darm zu einem kompletten Darmverschluss kommen. Dann steht im Darm alles still – lebensbedrohlich für das Tier. Ein operativer Eingriff ist unumgänglich, verspricht aber leider nicht immer Erfolg.

Kolik beim Pferd vermeiden – auf die Fütterung kommt es an

Sandkolik als Gefahr

Längst nicht alle Koliken enden tödlich. Um dem Pferd Schmerzen und Stress zu ersparen und die eigenen Nerven und auch den Geldbeutel zu schonen, ist es sinnvoll, gezielt häufige Auslöser von Koliken zu vermeiden. Was kannst du selbst also tun, um das Risiko einer Kolik bei deinem Liebling zu mindern?

Wichtig ist es, sich vor Augen zu führen, worauf der Pferdekörper – und somit auch der Verdauungstrakt – evolutionsbedingt ausgelegt ist. In der Natur bewegen sich die Vierbeiner stetig fort und nehmen dabei immer wieder kleinere Mengen Futter auf. Der Alltag des modernen Freizeitpferds hingegen sieht oft ganz anders aus.

Eine artgerechte und nachhaltige Fütterung sollte daher die Basis der Kolikprävention darstellen. Diese beginnt mit der Qualität des Futters. Dieses sollte immer wieder auf Staub, Fäulnis, Schimmel- und Parasitenbefall durch fehlerhafte Lagerung überprüft werden. Auch sehr eiweißreiche Nahrung, Zuckerzusätze und strukturarmes Futter gilt es zu vermeiden.

Heu ist ein wahrer Alleskönner in Sachen gesunder Ernährung beim Pferd. Vorausgesetzt, die Zahngesundheit des Vierbeiners ist gewährleistet, sodass das Raufutter ausreichend zerkaut werden kann. Dann ist ein Pferd wesentlich länger damit beschäftigt, seine Heuportion zu vertilgen, als es bei Kraftfutter der Fall ist. Folglich frisst es länger, die Nahrung kommt in kleineren Mengen im Magen und Darm an und ist bereits gut zerkleinert. Zusätzlich werden ungesund lange Fresspausen vermieden.

Bei der Fütterung von Kraftfutter kann es daher hilfreich sein, im Vorfeld der Fütterung Heu zu geben oder das Kraftfutter mit Heu zu mischen, um ein Schlingen zu vermeiden. Doch Achtung: Raufutter ist nicht gleich Raufutter. Eine geringe Halmlänge kann durchaus einen gegenteiligen Effekt haben und eine Kolik sogar begünstigen. Daher sind auch Heucobs durchaus mit Vorsicht zu genießen, da auch diese wesentlich weniger ausgiebig zerkaut werden. Schlimmstenfalls droht eine Schlundverstopfung.

Guter Nebeneffekt allerdings: Der Vierbeiner nimmt ganz nebenbei mehr Flüssigkeit zu sich, werden die Heucobs eingeweicht, was zu empfehlen ist. Denn zur Kolikvermeidung ist es wichtig, dass dem Pferd unabhängig von den Fütterungszeiten immer ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Trinkt es von allein dauerhaft nicht im notwendigen Maße, können geschmackliche Ergänzungen (z.B. ungesüßter Tee oder Saft) animierend wirken.

Auch mit diesen einfachen Tipps beugst du Koliken vor

Zu beachten ist, dass dem Vierbeiner ausreichend Möglichkeiten zur Verfügung stehen, sich zu bewegen. So kommt die Verdauung in Schwung. Auch regelmäßige Fütterungszeiten ohne lange Fresspausen ahmen das natürliche Verhalten des Pferdes nach und vermeiden, dass das Tier sein Futter zu hastig verschlingt. Umfangreiches Training nach einer Fütterung sollte hingegen vermieden werden, denn dann ist die Verdauung nicht ausreichend weit fortgeschritten.

Auch bei Pferden spielt Stress eine große Rolle, wenn es um die Darmgesundheit geht. Turnierbesuche, Stallwechsel, veränderte Trainingsbedingungen oder plötzliche Wechsel der Futtergewohnheiten können ein Auslöser sein und das Pferd in Alarmbereitschaft versetzen. Der Verdauungstrakt kommt aus dem Takt und die gefürchtete Kolik kann die Folge sein.

Dass sich fast ein jeder Pferdebesitzer mit dem Thema Kolik konfrontiert sieht, ist aufgrund des ganz besonderen Magen-Darm-Systems der Pferde unvermeidbar. Vorsichtsmaßnahmen im Alltag können aber helfen, vorzubeugen.