Ankaufsuntersuchung beim Pferd – röntgenologische Untersuchung

Pferde müssen zum TÜV? Nein, natürlich nicht zu dem TÜV für PKWs. Vielmehr ist damit unter Reitern eine röntgenologische Untersuchung gemeint, die vor allem bei der Ankaufsuntersuchung von Bedeutung ist.

Die Ergebnisse dieses Gesundheitschecks sollten nach Auffassung der Gerichte von dem Tierarzt dokumentiert werden. Dies kann schriftlich oder mündlich erfolgen. Rechtsexperten raten sogar, die Ergebnisse der Untersuchung zum Vertragsbestandteil zu machen.

Die röntgenologische Untersuchung spielt bei dieser Untersuchung eine besondere Rolle, denn viele Sportpferde leiden bereits in jungen Jahren an Veränderungen ihrer Knochen. Nicht immer bedeutet dies, dass ein Vierbeiner dann nicht mehr im Sport eingesetzt werden kann. Aber zumindest sind gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich.

Nun lassen aber Röntgenbilder oft ganz unterschiedliche Wertungen zu, das liegt zum Teil auch im Auge des Betrachters. Um mehr Klarheit zu schaffen, wurde im Jahre 1993 der Leitfaden für die röntgenologische Beurteilung des Pferdes (Röntgenleitfaden) verfasst. Danach haben Experten Kriterien ausgearbeitet, um Röntgenaufnahmen von Pferden in die Klasse I bis IV einzuteilen, wobei der Tierarzt das Ergebnis der Untersuchung auch in Zwischenklassen (I bis II, II bis III, III bis IV) einordnen kann. Hier die Klassen im einzelnen:

Klasse I: Röntgenologisch ohne besonderen Befund und Befunde, die als anatomische Formvarianten eingestuft werden, d.h. es sind keine auffälligen Veränderungen zu erkennen.

Klasse II: Befunde, die gering von der Norm abweichen, bei denen klinische Erscheinungen unwahrscheinlich sind, d.h. es sind Veränderungen an den Knochen erkennbar (z.B. kleine Schatten, Verdichtungen). Diese lassen aber nicht erwarten, dass es zu einer Krankheit kommt.

Klasse III: Befunde, die deutlich von der Norm abweichen, bei denen klinische Erscheinungen wenig wahrscheinlich sind.

Klasse IV: Befunde, die erheblich von der Norm abweichen, bei denen klinische Erscheinungen wahrscheinlich sind.

Ziel dieses Klassifizierungssystems ist es, dass Tierärzte in der Lage sind, röntgenologische Befunde beim Pferd einheitlich zu beurteilen. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die einheitlichen Kriterien Veterinärmediziner sehr viel besser juristisch abgesichert sind, wenn es später zu einem Prozess kommen sollte, insbesondere dann, wenn das Ergebnis der Röntgenuntersuchung in das Protokoll der Ankaufsuntersuchung mit übernommen wird.

Der von verschiedenen Experten entwickelte Röntgenleitfaden muss nicht immer gültig sein, sondern sollte neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen kontinuierlich angepasst werden.
Quelle: Bedeutung und Auswirkungen des Röngenleitfadens von Nils-Uwe Kettner und Prof. Bodo Hertsch, Klinik für Pferde, Allgemeine Chirurgie und Radiologie des Fachbereichs Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin.

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