Barhuf – eine echte Alternative zum Eisen?

Achtung, jetzt wird es kontrovers! Denn an der Frage, ob ein Pferd Hufeisen tragen sollte oder nicht, sind schon viele hitzige Diskussionen entbrannt. Deshalb haben wir einmal einen Blick auf die Vor- und Nachteile, die Voraussetzungen und Alternativen des eisenlosen Hufes geworfen. So kannst du gut informiert entscheiden.

Hufeisen sind vielerorts unangefochten

Die Tradition, Pferdehufe zu beschlagen, ist Tausende Jahre alt und hat sich gerade in neuerer Zeit nur wenig verändert. Im Schnitt alle 6 bis 8 Wochen schaut der Hufschmied ein und erneuert die alten Eisen, die mit Nägeln im Huf befestigt werden. Warum eigentlich, magst du dich fragen?

Gut geschützt auf jedem Untergrund

Pferdehufe sind keineswegs statisch, sondern durchlaufen andauernd einen Kreislauf, bei dem der Huf von unten abgenutzt wird und gleichsam von oben wieder nachwächst. Auf „natürlichem“ Untergrund funktioniert dies sehr gut. Anders sieht es allerdings aus, wenn dein Pferd regelmäßig auf stark reibendem Untergrund unterwegs ist. Hierzu zählen Teerstraßen genauso wie sandiger oder kiesiger Boden. Dann ist der Abrieb verhältnismäßig stark und ein Nachwachsen des Hufes nicht schnell genug möglich. Lahmheit und Schmerzen sind die Folge.

Auch verhindern Eisen ein Wegrutschen auf nassem und weichem Boden, mehr Halt ist gegeben. Zusätzlich kommt Hufbeschlag zur Korrektur von Stellungsfehlern zum Einsatz. Dies kann bereits im Fohlenalter der Fall sein.

Um die positive Wirkung eines Hufeisens zu erzielen, ist es unerlässlich, dass der Huf regelmäßig gepflegt und vom Hufschmied bearbeitet wird. Denn mit dem Benageln greift man in den natürlichen Wachstumsprozess der Hufe ein, der mit dem Nagel dann einen Fremdkörper in sich trägt. Darüber hinaus wächst der Huf weiter, das Eisen allerdings nicht. Eine Anpassung muss also immer wieder erfolgen.

Unten ohne – warum auch Barhuf vermehrt Zuspruch erfährt

Unbeschlagen in freier Wildbahn

Längst nicht alle Pferde sind regelmäßig beschlagen. Eine Auseinandersetzung mit der Nutzung von Hufeisen hat bei vielen Pferdebesitzern den Wunsch nach Alternativen hervorgerufen. Kritiker bemängeln, dass oftmals Tiere beschlagen werden, „weil man es eben so macht“ – ohne, dass zwingend eine Notwendigkeit bestünde.

Ein Argument, das wiederholt gegen die Nutzung von Hufbeschlag ausgesprochen wird, ist, dass mit diesem ein Kreislauf in Gange gesetzt wird. Dadurch, dass die Eisen auf dem äußeren Rand des Hufes liegen, wird das Horn nicht mehr wie gewohnt beansprucht. Der Wachstumsprozess reduziert sich, das Horn wird weicher und weniger widerstandsfähig. Hat ein Pferd lange Zeit Hufeisen getragen, dann ist es nach dem Abnehmen dieser möglicherweise recht fühlig, empfindlich und lahmt vielleicht sogar. Das weiche Horn reibt dann zunächst wesentlich leichter ab.

Ebenso wird kritisiert, dass mit der Nutzung von Hufeisen Probleme rund um die Hufgesundheit kaschiert, nicht aber behoben werden. Möglicherweise werden diese erst durch die (falsche) Nutzung von Eisen hervorgerufen.

Für Pferde kann barhuf laufen ein Gewinn sein, dies ist aber nicht immer der richtige Weg. Stark beanspruchte Hufe und ein zu erwartender erheblicher Abrieb können nicht einfach ignoriert werden. Darüber hinaus ist die regelmäßige Hufpflege und –kontrolle durch den Schmied auch ohne Eisen notwendig. Dies ist zwar günstiger, als einen Hufbeschlag vornehmen zu lassen, dennoch aber kann auf den Besuch des Hufbearbeiters dennoch nicht verzichtet werden.

Warum entweder – oder, wenn es Alternativen gibt?

Ganz gleich, ob du darüber nachdenkst, dein Pferd von Hufbeschlag auf barhuf umzustellen oder bereits ohne Eisen unterwegs bist und die Hufe des Tieres schonen möchtest, können Hufschuhe gute Dienste leisten.

Hufschuhe erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, mittlerweile gibt es viele Anbieter und Modelle. Gleichsam bestehen nach wie vor viele Vorbehalte, nicht zuletzt, weil der Hufschuh in der Entwicklung noch einige „Kinderkrankheiten“ überwinden musste und auch, weil eine unsachgemäße Handhabung die Nutzung erschwert. So hört man auch heute noch von klobigen Hufschuhen, die sich während der Nutzung am Huf drehen oder im Galopp wegfliegen, von schnellem Verschleiß der Sohle oder den Befestigungsteilen und langwierigem, kompliziertem An- und Ausziehen.

Dies entspricht in der Regel aber nicht mehr dem, was aktuelle Modelle leisten können. Voraussetzung ist es, wohlinformiert an den Kauf heranzugehen. Die Wahl des Modells hängt von der geplanten Nutzung ab. Dauerhaft sollten die Hufschuhe allerdings in keinem Fall getragen werden.

Dann ist es zunächst unerlässlich, die Hufe korrekt in ihrer Größe zu erfassen. Wichtig hier: Jeden Huf einzeln auszumessen, da Form und Größe jeweils variieren können. Ein geeigneter Zeitpunkt ist etwa eine Woche nach der letzten Hufbearbeitung. Sinnvoll kann es sein, sich Hilfe vom Fachmann zu holen. Der Hufbearbeiter mag wertvolle Tipps geben und beim Anpassen helfen. Lässt dein Hufarbeiter des Vertrauens hier die notwenigen Kenntnisse vermissen, dann kannst du ebenso an Hersteller und Vertrieb der Modelle herantreten.

Dabei ist auch der Kauf über das Internet eine gute Option. Denn hier hast du die Freiheit, genau den für dein Pferd geeigneten Hufschuh zu wählen. Dennoch solltest du aber nicht einfach das günstigste Modell beratungsfrei erwerben. Die Swiss Galoppers beispielsweise kannst du ganz unverbindlich und risikofrei testen und so schauen, welcher Hufschuh deinen Ansprüchen entspricht. Das Serviceteam berät dich nach Angabe zur Größe der Hufe individuell zu dem für deinen Vierbeiner geeigneten Hufschuh. Du hast die Wahl zwischen einer Vielzahl verschiedener Größen und Modelle, die auch Pferden mit höheren Trachten, längeren Hufen oder ausladendem Ballen gerecht werden sollen. Für die nass-kalte Jahreszeit sind alle Modelle auch mit Spikes erhältlich.

Das Schweizer Unternehmen ist Beispiel dafür, wie modern und nutzerorientiert Hufschuhe mittlerweile daherkommen. Dem Erfinder, selbst Pferdebesitzer und Huforthopäde, lagen bei der Entwicklung eine nahezu abriebfreie Sohle, wenige Verschleißteile, eine praktische Anwendung und variable Größen am Herzen. Daher besteht die stoßdämpfende Sohle aus langlebigem Kunststoff, der sich laut des Herstellers durch weniger Abrieb als andere Kunststoffe auszeichnen soll. Auch wird gänzlich auf den Einsatz von Draht verzichtet.

Swiss Galoppers - neu und nach 1.000 km

Umstellung auf barhuf und Hufschuhe – es braucht seine Zeit

Du bist neugierig geworden und möchtest loslegen? Dann ist es wichtig, nichts zu überstürzen. Eine Umstellung auf ein Pferdeleben ohne Hufeisen erfordert Geduld. Nicht jedem Tier gefällt die neue Freiheit gut, es ist mit Fühligkeit zu rechnen. Daher sollte die Umstellung zu einer wenig arbeitsintensiven Zeit erfolgen, in der auf ausgedehnte Ritte verzichtet werden kann.

Auch an Hufschuhe muss der Vierbeiner in der Regel erst gewöhnt werden. Gemeinsam können Pferd und Reiter das Anlegen der vier Schuhe trainieren und so seid ihr sicherlich bald eingespielt. Im Vorfeld solltest du dein Tier sachte an die neuen Begleiter heranführen. Die Geräusche der Schnallen und Klettverschlüsse können zunächst Furcht einflößen und sollten daher behutsam vorgestellt werden.

Bild 3: (c) Swiss Galoppers GmbH
Video: (c) Swiss Galoppers GmbH