Bee: Pferdefreunde

Beste Freunde teilen sogar das Futter

Große Liebe. Pferdefreundschaft. Ein Synonym für klebende Viecher und genervte Besitzer. Herrlich.

Bee hat eine Überfreundin. Vielleicht so etwas wie eine Heilige. Zum Glück, muss ich sagen, steht diese Fuchsstute nicht bei uns im Stall. Nein. Dennoch erkennen die 2 sich sofort und Bee rastet komplett aus, wenn wir ihr Idol antreffen.

Woher die 2 sich kennen ist ja ganz niedlich. Als ich Bee damals, als Jährling, aus dem rund 400km weit entfernten Geburtsort abgeholt habe, kam ich nicht allein. Ich hatte meine beste Freundin und ihr Pferd dabei. Den Hänger mussten wir ja eh mitnehmen, und es wäre ja nett, wenn klein Schecki nicht alleine so eine große Reise antreten muss.

So kam es, dass Bee eine unangenehme (weil sehr von Stau belastete) Reise sehr angenehm verbracht hat. An der Seite dieser Stute. Die Welt war in Ordnung. Sie war sogar ein Stückchen besser geworden. Kennt man – die Sitznachbarin im Zug wird ja bei uns auch direkt zur „Biggest-Love-Forever-Soulmate-BF-Queen“! Hachja, wie oft hört man von Hochzeiten zwischen Reisebekanntschaften... und wenn nicht der Ehepartner, dann ist es mindestens die Trauzeugin, deren Seelenverwandtschaft man im Bus entdeckt hat.

Tinder, Parship und die Happy Hour in der Disco wären komplett sinnfrei wenn wir uns so schnell connecten würden, wie Pferde im Anhänger. Jede Fahrt mit einem öffentlichen Aufzug wäre PENG das Date unseres Lebens.

Wobei, manchmal ist bei Pferden diese Liebe ja auch schnell wieder vorbei. Wenn der Anhänger auf heimischen Boden parkt zum Beispiel. Ja, eben am Turnier waren wir die siamesischen Pferdezwillinge vom Reitverein, aber GEH MIR AUS DEM WEG ich will in meine Box jetzt, „Talk to my Huf!

Manchmal... nach der langen Fahrt neben ihrer Adoptivmutter kam Klein-Bee auf die Koppel und die große Stute zurück in ihren Stall. Luftlinie locker 30-40km.

Aber kleine Schecken vergessen scheinbar nichts. Denn als es Jahre später ein Wiedersehen gab, war von plötzlicher Rosse über Fohlenkauen und ungläubigem Blinzeln alles dabei.

Jetzt muss ich mal scharf nachdenken wann und warum die 2 sich überhaupt wieder getroffen haben. Ich denke es war zum Geländesprünge-an-der-Hand machen.

Danach kam es hin und wieder zu einem gemeinsamen Ausritt.

Bee und ihr Idol

Normalerweise kann man Bee sehr gut an allen Positionen ausreiten. Nein ehrlich, sie geht auch gebisslos an der Spitze und führt eine Gruppe oder macht das Schlusslicht... aber eben nicht wenn „Sie“ dabei ist. Wow. Da geht eigentlich nur genau das, was man als Schatten dann nachahmen kann. Umdrehen, beschleunigen, stehen bleiben – alles wird 1 zu 1 von Mrs Fantastic kopiert. Manchmal bekommt Bee sich im Laufe einer solchen Begegnung wieder ein. Manchmal aber auch nicht. Am Turnier zum Beispiel, da waren schon mal beide Pferde nebeneinander in einer Gastbox. Ok, ich gebe zu diese Aktion war auch ziemlich naiv.

Wenn wir z.B. zu einem Lehrgang auf ihren Hof fahren, erkennt Bee das sofort. Ist echt erstaunlich, sofort fängt sie an sich umzuschauen und ihre Freundin zu suchen, um dann schlagartig wieder das Rossen anzufangen... was sind das nur für Hormone? Anders herum ist die Liebe übrigens nicht ganz so enorm. Aber das macht es für Bee vermutlich umso aufregender!

Freunde zu jeder Jahreszeit

Bee hat noch mehr Freunde. Im Prinzip vor allem diejenigen, die eben mal mit ihr Hänger gefahren sind. Je nach Dauer der Fahrt ist diese Freundschaft dann mehr oder weniger stark ausgeprägt. Ich erinnre z.B. an den diesjährigen Urlaub in Holland – während dieser längeren Fahrt hat Bee Blutsbrüderschaft mit der Mitfahrerin geschlossen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn, obwohl sie sich sehr gut vertragen und auf K E I N E N   F A L L  getrennt werden dürfen, musste der Hals der Stute unter Bees aggressiven Schneidezähnen schwer leiden. Bei so einer langen Fahrt bekommt man sich eben auch mal mit einer BFF in die Mähne!

Nachdem wir Bee dann kurz gebunden haben um weiteres Blutvergießen zu umgehen, musste dann der Hänger dran glauben der von Bees Ungeduld leicht angefressen wurde.

Auf der nächsten längeren Fahrt muss ich im Hänger wohl für mehr Entertainment sorgen! Ich freue mich ja auch immer über ein gutes Filmangebot wenn ich verreise...

Eine klassische Urlaubsbekanntschaft

Je älter Bee wird, desto zickiger wird sie auch im Hinblick auf andere Pferde. Besonders Männer werden gerne angequietscht und mit einer eleganten Drehung auf den auskeilenden Po verwiesen. Wie die Teenies in der Disco geht sie dann natürlich gleich wieder hin, nicht dass der Wallach noch das Interesse verliert...

Dabei war ich immer so stolz auf meine total unstutige Stute. Aber im Vergleich ist sie das wohl immer noch.

Jackomo ist etwas unaufgeregter

Bei Jackomo war das mit den Beziehungen ganz anders.

Er war ein wirklich treuer Kerl und hat sich nicht gleich auf der Hängerfahrt an alle Mitreisenden rangeschmissen wie so Weiber das wohl machen. Er hatte seine Freundin, die war Stallnachbarin und Koppelpartnerin und über eine lange Zeit eine treue Gefährtin. Ehrlich gesagt hatte sie den Herren ganz schön im Griff, das war eindeutig. Aber Jackomo fand das wohl genau richtig.

Seine Liebe zu dieser Stute brachte leider auch mit sich, dass er sich mit Jungs nicht so gut vertragen hat. Da wurden schon mal die Koppelzäune in einer unendlichen Patrouille kontrolliert um sicher zu gehen, dass sich nicht plötzlich ein Loch auftut, und der (völlig desinteressierte) Nachbar sich sofort auf Jackomos Ehegattin stürzte.

Leider wurde Jackomo viel zu früh Witwer und hat sich nie mehr so verliebt.

Aber ohne Frau war das mit den Jungs dann auch wieder ok. Wo keine Eifersucht die Männerfreundschaft stören kann, kann man prima zusammen Bier trinken. Oder eben Grasen gehen. Und das unermüdliche Halfterspiel. Kennt ihr das? Ich stelle es mir unheimlich verwirrend vor, ständig meinen Kopf zu schnicken und zu rotieren und dabei noch mit den Zähnen etwas fangen zu wollen, während ich gleichzeitig ausweiche. In meinen Augen sind hier ein ordentlicher Brummschädel und ein verlorener Zahn vorprogrammiert.

Aber ich habe mich ohnehin jahrelang gewundert wo die Zahnlücke in Jackomos Schneidezahnreihe her kommt.

Seit neuestem hat er ja oben noch eine richtige Zahnlos-Lücke, ein potentielles Unfallopfer weniger. 

Ein echter Spaß unter Freunden

Aber im Ernst, die Kleberei kann am Turnier unendlich anstrengend sein. Alleine auf dem Anhänger stehen wird zur unmöglichen Mutprobe, dieses Gebrüll und Gekreische – ohrenbetäubend. Aber ein Zaubermittel gibt es wohl nicht. (Falls doch, bitte Nachricht an mich!) – Aktuell lasse ich mich nicht zu sehr davon bremsen. Irgendwie bekommt man das ja doch immer hin.

Und Jackomo und Bee?

Ich erinnere mich noch, wie aufregend und magisch ich ihre erste Begegnung fand. Die 2 wussten ja nicht von ihrer angeheirateten Verwandtschaft, aber für mich war das ein wirklich wichtiger Moment. Ich war auch froh, nachdem Jackomo keine übertriebene Eifersucht zeigte und noch glücklicher, als sich heraus stellte, was ein unheimlich guter Lehrer er für Bee wurde. Die 2 wissen jetzt schon, dass sie irgendwie zusammen gehören. Aber ausgesucht hätten sie einander wohl eher nicht. Jackomo ist Bee ein bisschen zu grob und Bee ist dem Jackomo ein bisschen zu schnell – so ist sie stets halbherzig auf der Flucht vor seinen Halfter-Spiel-Attacken und er kommt nicht schnell genug hinterher und macht ein frustriertes Gesicht. Da muss ein echter Kerl her, der mit ihm Blödsinn macht!

Drei durch Dick und Dünn

Bee hat aber noch mehr Freunde, Bee liebt Hunde. Meine Hunde sind davon nicht begeistert, die halten stets einen großzügigen Sicherheitsabstand. Aber Hunde, die keine Angst haben, werden von Bee immer gern abgeschnubbelt und dürfen sogar an ihr hoch springen. Das ist voll süß! Manchmal sieht man ja auch so Bilder, mit Stallkatzen oder Vergesellschafteter-Tieren wie Ziegen oder Hühner. Mega! Da geht mir immer sehr das Herz auf. Wenn 2 so unterschiedliche Tiere es schaffen, eine Sprache zu finden, dann schaff ich das auch noch irgendwann, mich mit Bee so zu verständigen, das kein Erwin uns mehr irritiert und auch die supercoole beste Freundin vom Anhänger nur Platz 2 im Bienenherzchen einnimmt. Wobei, da fällt mir dieser Comic ein, ein Mädchen und eine gute Fee. Die Fee fragt: Was wünschst Du Dir? Das Mädchen in völliger Begeisterung: Ich will mit Tieren sprechen können! Das wäre so toll! Dann könnte ich mit meinem Pony reden! Die gute Fee erfüllt dem Kind seinen Wunsch. Freudig rennt das Mädchen über die Wiese, voller Erwartung zu ihrem Pony: Hallo Pony! Das Pony sagt: Hau ab, Du störst mich beim Fressen! In diesem Sinne, achtet darauf, was ihr Euch wünscht!

 

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