Bee: Romantik mit Jungpferd

Bee ist stets sehr harmonisch und gleichmäßig gewachsen. Also, sofern man bei dem Schrumpf-Objekt vom Wachsen sprechen kann.

Der Vorteil eben – wer keinen großartigen Wachstumsschub hat, der wird auch selten fürchterlich überbaut rumstehen. Bee stand in der Regel recht harmonisch rum.

Weil vom Rumstehen (egal ob hoch oder breit) nun noch kein Genie entstanden ist, hab ich etwas dagegen unternommen.

Reiten war ja auf der To-do-Liste noch nicht weiter aktuell, Longieren ist auf Dauer auch doof, also, logische Konsequenz: spazieren gehen!

Jetzt bin ich von Natur aus eher so der Action-orientierte Typ. Romantik ja, nett, aber nicht so lang. Und dann gern zwischen zwei Momenten, in denen richtig was passiert. So Tiefseetauchen mit Haien, knutschen im Sonnenuntergang, dann Party am Strand (den romantischen Teil hab ich kursiv gemacht, damit ihr ihn auch gleich entdeckt).

Ich denke, ihr habt jetzt eine Idee wie ich das meine, mit der Verteilung, Romantik vs. Action, Geduld vs. Spaß, solche Dinge eben. Also vielleicht bin ich nicht die ideale Persönlichkeit für „Spazierengehen“.  Man könnte es kurz glauben, aber nein. Für „Spazierensprinten“ bin ich aber definitiv auch zu unsportlich. Nicht mal „Spazierenjoggen“ wäre ideal... schwierige Situation!

Aber man bekommt ja beigebracht, bei so einem jungen Pferd braucht man Geduld. Und Zeit. Und Ruhe. Und irgendwie noch ein paar so ähnliche Sachen, aber da hab ich wohl nicht mehr aufgepasst...

Aber ich bin ja kein Jungpferde-Profi und nehm‘ mir dann solche Tipps schon zu Herzen. Will ja das Beste für das Pferdekind! Also – natürlich bin ich spazieren gegangen. Ganz normal. Mit einem Glitzerhalfter und einem langen Seil, weil das eben zum Spazierengehen dazugehört. Sonst sieht ja jeder Bodenarbeitsfreak sofort, dass ich keine Ahnung habe mit meinem falsch zusammengeknüpften Equipment. Wollte meine Ahnungslosigkeit ja nicht direkt offensichtlich zeigen. Wobei... zu dem Seil gehört ja ein „Knoti“ ?! – Na egal. Bin ich eben doch ahnungslos. Bin ja auch ein Reiter und keine Führmaschine.

Wenn man dann an so einem Frühjahrstag friedlich durch den Wald streift, entdeckt man ja manchmal Dinge, die einen wiederum zu spontanen Ideen bringen. Also, was macht man, wenn auf dem Weg eine große Pfütze ist? Na, sofern man keine Gummistiefel hat, geht man drum rum. Aber Bee hat sozusagen Gummistiefel. Und deswegen muss sie dann auch mittendurch statt drum rum. YEAH ACTION J. Und dann ein kleiner Graben. Na – mittendurch! Bee hat auch nicht das Monster drin gesehen!

Beschwingt läuft man dann weiter und dann sieht man einen Baumstamm. Hm. Cavalettis kennt Bee ja (auch an der Hand)... also bevor ich alle Risiken zu Ende gedacht habe, lauf ich los und sag: Hopp!

Und Bee macht Hopp. Cool. Fast wie mit Haien tauchen (hab ich noch nie gemacht, kann aber auch nicht viel cooler sein)!

Nun verhält es sich so, dass umliegend zu dem Stall damals eine kleine Geländestrecke im Wald war. Also habe ich das nach dem kleinen Stamm noch etwas erweitert. Hopp, hopp, hopp... und jetzt wird es ganz komisch... Bee hat es so wunderbar gemacht... woher kann sie das?

So lässig, so friedlich, so schön. Und mit dem Glitzerhalfter-Bodenarbeits-Equipment eigentlich auch total professionell. Leider war niemand da, der es gesehen hat. Nur mir ist vor Stolz und Freude beinahe das Herz geplatzt! *peng* Denn wisst ihr, was mir in diesem Moment so richtig klar wurde? Als Bee und ich da im Wald unterwegs waren, nur wir beide? Zwischen Romantik und Action – da wurde mir klar, die Bee, die ist auch mehr für Action. Wir passen richtig gut zusammen. Und auch, wenn wir uns zu diesem Zeitpunkt ja schon eine Weile kannten, habe ich zum ersten Mal richtig die Verbindung gespürt. Das Vertrauen. Das unsichtbare Band. Die Partnerschaft, der Anfang von dem, wonach ich strebe. Ein tolles Gefühl, das war noch viel besser als mein erstes Aufsitzen! Und mit Haien tauchen, pah, wer interessiert sich denn für sowas? (Langweilig)

Hätte ich das jetzt zur Kennzeichnung kursiv schreiben sollen? Aber ihr habt es sicher auch so gemerkt, da war ein schwer romantischer Teil zwischen der Action im Wald.

An diesem Tag wollte ich ja gerne mit der Welt teilen, was für ein fantastisches Pferd ich hab. Aber es war irgendwie keiner da.

Ich habe den Wald-Action-Spaziergang dann eine Woche später noch mit Begleitung und Fotokamera wiederholt. Muss man ja für die Nachwelt festhalten.

Danach aber erst mal nicht mehr. Denn Bee war ja trotz ihrer heranwachsenden Genialität (wenigstens etwas, das wächst) noch ein Kind.

Nach einigen Monaten Koppel (und wenig Action), ist Bee im Oktober ein weiteres mal umgezogen. Zum Einreiten in einen Pensionsstall mit eigener Box für Bee.

Und ich? Ich hab einfach auf den Winter gewartet. Warten, da bin ich voll gut drin! ;)

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Teil 1: Wie eine Biene in den Busch kommt

Teil 2: Das erste Jahr mit Bee

Teil 3: Das zweite Jahr mit Bee

Teil 5: Pferd, Mensch und Reiter

Teil 6: Galopprennen & Schrittspaziergang