Boxenhaft: Wie können Pferde das aushalten?

“Boxenhaft“, das heißt absolute Stallruhe, ist für Pferde die Höchststrafe. Bei einer schlimmen Verletzung, z.B. einer gerissenen Sehne oder einem Knochenbruch, muss der Tierarzt allerdings absolute Ruhe anordnen. Aber auch bei leichteren Verletzungen, wie zum Beispiel einer Entzündung des Fesselträgers und einer Sehnenverletzung, sollen die Vierbeiner überwiegend stehen und dürfen meistens nur im Schritt geführt werden – und das oft monatelang. Selbst das friedlichste Pferd flippt dann aus. Entweder die Vierbeiner hüpfen und scharren in der Box, besonders dann wenn ihre Stallnachbarn nach draußen dürfen. Oder sie bocken beim Führen, reißen sich womöglich los und rennen in der Halle herum, wodurch sich ihr Zustand zum Teil wieder verschlimmert. Für Reiter und Pferdebesitzer ist dies alles sehr nervenaufreibend.

Wenn der Tierarzt Boxenhaft verordnet hat, muss die Futterration heruntergesetzt werden. In Absprache mit dem Futtermeister ist es vielleicht sinnvoll, gar kein Hafer mehr zu füttern, sondern etwas mehr Heu, vielleicht noch Möhren und eine kleine Ration Mineralpelletts. Wichtig ist, dass der kranke Vierbeiner genügend Sozialkontakte hat. Vielleicht ist es sogar möglich, eine Trennwand herauszunehmen. Dann kann der verletzte Vierbeiner mit seinem Nachbarn Fellpflege betreiben. Dies geht natürlich nur, wenn sich die zwei auch verstehen. Außerdem sind wahrscheinlich nicht alle Betriebsinhaber von dieser Idee begeistert. Andererseits bringt ein unruhiges Pferd, was ständig in der Box herumhüpft, auch sehr viel Unruhe in den Stall. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass die Box immer sauber ist. Aufgrund der mangelnden Bewegung sind viele Pferde nämlich dann auch noch anfällig für Erkältungskrankheiten.
Wichtig ist es zudem, für Abwechselung zu sorgen:

  • Heu in ein Netz stecken, dann dauert es länger, bis alles herausgezupft ist.
  • Knabberäste (Weide, Birke) in die Box hängen.
  • Einen Spielball in der Box befestigen.
  • Regelmäßiges Putzen bringt auch Abwechselung und fördert die Durchblutung der Muskulatur.
  • Wer kann, sollte seinen kranken Vierbeiner auch unter das Solarium stellen. Das fördert die Durchblutung und damit den Heilungsprozess.
  • Auch „Aquatraining“ hat eine heilungsfördernde Wirkung.

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