Dein Pferd mobilisieren - Nadja Zolles zeigt dir, wie!

Jetzt geht es ins Training! In ihrem zweiten Beitrag erklärt dir Nadja Zolles was du wissen musst, wenn du dein Pferd mobilisieren möchtest. Schau' dir im Video von Nadja und ihrem Django an, wie du die Tipps auch mit deinem Vierbeiner umsetzen kannst.

Hallo,

nachdem ich mich in meinem ersten Bericht vorgestellt habe, hast du nun die Möglichkeit, mich durch die Ausbildung meines jungen 5-jährigen PRE Django von Anfang an zu begleiten. Ich gehe in meinem Blog davon aus, dass das Pferd schon halfterführig und longiert ist und den Umgang mit Menschen kennt.

Wir beginnen nun damit, das Pferd zu mobilisieren. Wofür ist das eigentlich gut? Es ist eine Gymnastizierung des Pferdes, welche die Hinterhand aktiviert, die Hüfte lockert, den Rücken stärkt und das Pferd von der Vorderhand löst. Was wiederum den Effekt hat, dass das Pferd mehr in Balance kommt. Für mich ist diese Übung aus meinem Training nicht mehr wegzudenken. Für junge Pferde ist es eine tolle Vorbereitung auf das Reiten, und bei meinen geritten Pferden eine tolle Übung vor dem Reiten. Worauf gilt es zu achten? Das Wichtigste ist, dass du wie ein Pflock im Boden stehst, ohne dich nach vorne oder hinten zu bewegen, sonst kommt das Pferd aus der Balance. Im Video siehst du, wie ich z.B. links herum meine linke Hand am inneren Zügel habe und meine rechte Hand, mit Gerte, am äußeren Zügel. Im Schritt kreuzt das Pferd hinten und vorne.

Junge Pferde, oder auch sehr schiefe oder steife Pferde, tun sich am Anfang etwas schwer. Das zeigt sich, indem sie nicht flüssig und ruhig, Schritt für Schritt ihre Runden gehen können. Sie gehen zwei Schritte, bleiben dann stehen, brechen mit der Schulter weg oder werden schneller, was auf die Schiefe oder die Steifheit zurückzuführen ist. Es ist noch drauf zu achten, dass das Pferd in Kopf, Hals, Schulter so gerade wie möglich ist, sonst läufst du Gefahr, dass es auf eine Schulter kippt und die Übung schief durchführt. Und der Kopf sollte in einer natürlichen Höhe sein, sodass die Schulter frei ist. Bei Pferden, die sehr vorderhandlastig sind, hat man auch am Anfang mehr Gewicht in der Hand, das ist normal, wird aber mit der Zeit immer leichter, bis sie sich selbst halten können.

Das Pferd sollte eher an den äußeren Zügel kommen und nicht durch den inneren nach innen gestellt werden. Es ist ein ständiges Annehmen und Nachgeben zwischen innen und außen, das Gefühl kommt mit der Zeit. Ich touchiere am Oberschenkel, wenn ich das innere Hinterbein aktiver machen möchte oder oben auf die Kruppe, damit die Kruppe in Aktion kommt. Dazu muss das Pferd auch verstehen, dass die Gerte bzw. das Touchieren zum Aktivieren dient und nicht zum Schnellerwerden. Die Übung kann jeden Tag gemacht werden. Am besten, du fühlst dich in dein Pferd ein und schaust, wie viel es kann und gehst jeden Tag ein Schrittchen weiter. Ich wünsche dir viel Spaß!

Deine Nadja