Die Wiederkehrende innere Augenentzündung beim Pferd – auch Periodische Augenentzündung

Die Wiederkehrende innere Augenentzündung beim Pferd – Equine rezidivierende Uveitits (ERU) ist eine häufige und folgenschwere Erkrankung beim Pferd. Sie führt in den meisten Fällen mittel- bis langfristig zur Erblindung des betroffenen Auges. Die Krankheit wird nach neuesten Erkenntnissen durch eine Infektion des inneren Auges mit einer Bakterienart (Leptospiren) ausgelöst. Bei ca. einem Drittel der betroffenen Tiere erkranken beide Augen. Pferde nehmen diese Bakterien über das Futter oder Wasser auf. Symptome Bei einer akuten inneren Augenentzündung ist das betroffene Auge meist geschwollen, wird zugekniffen, tränt stark und ist sehr lichtempfindlich. Häufig ist das Auge getrübt. Die Schübe sind für das betroffene Tier sehr schmerzhaft. Ein weiteres typisches Symptom ist die verengte Pupille. Wenn die Entzündung abgeklungen ist, sind meistens Folgeschäden zu erkennen wie z.B. Linsentrübungen und Glaskörpertrübungen. Behandlung Ein akuter Entzündungsschub muss sofort behandelt werden. Ziel ist zunächst, den Pupillarkrampf zu lösen. Dies geschieht mit Augentropfen oder –salben. In hartnäckigen Fällen kann es auch nötig sein, direkt in die Bindehaut des Augapfels zu spritzen. Zudem wird der Tierarzt eine cortisonhaltige Augensalbe verschreiben, um weiter Entzündungen zu vermeiden. In der akuten Phase sollte das betroffene Auge mit der Augensalbe sechs bis achtmal täglich behandelt werden. Oft erhalten die erkrankten Pferde zudem schmerzstillende Medikamente. Vitrektomie Eine Heilung ist nicht möglich. Allerdings kann man die Krankheit mit einer Operation aufhalten. Dabei wird das Glaskörpermaterial des betroffenen Auges ausgetauscht – die so genannte Vitrektomie. Die Erfolgsrate liegt bei 95 Prozent. Wenn das zu operierende Auge allerdings stark vorgeschädigt ist, kann das Auge trotzdem erblinden. Allerdings werden dem betroffenen Pferd die Schmerzen genommen. Bei erblindeten Augen, die dauerhaft schmerzen, ist aus medizinischen und tierschutzrechtlichen Aspekten eine Entfernung des Auges anzuraten. (Quelle: Klinik für Pferde, Tierärztliche Hochschule Hannover, Dr. Myriam Borstel) 04.11.2009/wem

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