Heu-Proppen-Test: Katrin & Ricardo

Besitzer: Katrin, 36 Jahre

Pferd: Ricardo, Welsh A, 3,5 Jahre, Wallach

Wallach Ricardo leidet unter einer chronischen Bronchitis mit Allergie auf Schimmel, Staub, Milben und Gräser. Eine staubreduzierte Raufuttergabe soll die Allergenbelastung reduzieren.

Das sagt Katrin nach der ersten Fütterung:

Wie gefällt dir die Verpackung der Heu-Proppen? (Ist sie gut zu transportieren, leicht zu öffnen, gut zu schließen und zu lagern?)

Als ich den Karton geöffnet habe, habe ich mich gefreut, dass die Proppen in handlichen Säcken zu 5 kg geliefert wurden. So habe ich nur den ersten mit in den Stall genommen. Also sehr angenehm zu tragen. Stabiles Papier ohne Plastik, was ich aus umweltgründen sehr positiv finde, und mit dem Faden auch gut zu öffnen. Wiederverschließen geht nur durch zurollen. Ich kenne Firmen, die hier mit einem Klettverschluss an der Tüte arbeiten. Finde ich nett, wenn es da ist, aber auch echt kein Muss.

Wie lassen sich die Heu-Proppen füttern? (Ist eine genaue Dosierung möglich? Wie gelingt dir die Zubereitung?)

Die Dosierung fand ich gut machbar, weil die Proppen doch etwas kleiner sind, als ich sie mir vorgestellt hatte. Das finde ich, gerade wenn man ein Pony hat, sehr gut. Die Zubereitung hat beim ersten Mal etwas länger gedauert, aber ich glaube, ich habe auch zuerst etwas wenig Wasser genommen. Weil es ziemlich kalt ist im Moment, habe ich warmes Wasser genommen. Mit kaltem würde es wohl noch länger dauern. Schwierig finde ich das Umrühren, wenn man z.B. Pulver drunter mischen muss. Durch die grobe Struktur ist der Widerstand beim Rühren sehr hoch.

Welche Reaktion zeigt dein Pferd auf die Heu-Proppen? (Frisst mit Appetit, frisst gar nicht, frisst mehr als bei normalem Heu)

Mein Pony findet die Heu-Proppen offensichtlich sehr, sehr lecker. Er hat sich darauf gestürzt und sie schmatzend förmlich verschlungen (riechen aber auch echt toll!). Obwohl er sehr gierig darauf war, hat er aber ganz anständig kauen müssen, das finde ich gut. Die Portion war allerdings in ca. 15 Minuten verputzt. Als Heuersatz wäre das so also keine echt Lösung, weil die Fresspausen dann sehr lange würden zwischen den Gaben. Für ihn war es heute eher ein besonders reichhaltiges Krippenfutter, als ein Raufutter. Bin gespannt, ob er sich weiter so darauf stürzt oder ob es auch der Neureiz war und sich das ein bisschen abmildert in den nächsten Tagen.

Was ist zusammenfassend dein erster Eindruck der Heu-Proppen? Was erwartest du von der Fütterung innerhalb des Testzeitraumes?

Die ursprüngliche Idee war, eventuell einen Teil der Heuration durch die Proppen zu ersetzen, da mein Pony auf Heustaub und Schimmel allergisch reagiert und ich dann die Allergenbelastung hätte reduzieren können. Nach dem ersten Eindruck denke ich aber, dass das für uns nicht praktikabel sein wird. Er hat sonst 24 Stunden Zugang zu bedampftem Heu oder Heulage und ich möchte ihm ein ständiges Raufutterangebot auch nicht verwehren. Ich hätte gedacht, dass er an den aufgeweichten Proppen länger frisst und sie mehr wie Heu behandelt. Zumindest bisher frisst er sie aber wie Krippenfutter und ist zu schnell fertig. Ich kann mir aber gut vorstellen, sie zur Aufwertung des Krippenfutters dazu zu füttern, um die Fresszeit zu verlängern oder auch alleine zu füttern, um Medikamente zu verabreichen, ohne energiehaltiges Müsli zu benötigen. Also als Ergänzung zum Heu, nicht als Ersatz. Ich bin gespannt, ob sich das Fressverhalten mit der Zeit ändert.

Ein Blick ins InnereAußen fest und glatt, innen weich und locker. Foto: Privat

Das ist Katrins Fazit nach Abschluss des Testzeitraums:

Wie haben dir die Heu-Proppen in der Handhabung gefallen (Dosierung, Geruch, Zubereitung)?

Sie haben mir sehr gut gefallen. Nachdem ich die richtige Menge Wasser zu Proppen rausgefunden hatte, ging die Zubereitung (mit warmem Wasser) sehr gut. Die Dosierung ist ja wirklich einfach. Da mein Pony nicht so groß ist, hat er weniger Heu-Proppen bekommen, wir haben also noch ein paar übrig. Ich habe sie immer vor dem Stallmisten angesetzt, dann waren sie danach auf jeden Fall fertig. Der Duft ist wirklich einmalig, irgendwo zwischen frischem Rasenschnitt, frisch aufgebrühtem Grüntee und aufgetautem Blattspinat - wirklich lecker! Nur das Umrühren, wenn man etwas drunter mischen möchte, klappt nicht so gut. Aber das liegt halt an der Struktur. Alles kann man nicht haben. ;-)

Was unterscheidet deiner Meinung nach die Heu-Proppen von gewöhnlichem Heu und Heucobs?

Sie haben halt vor allem mehr Struktur als Heucobs. Die meisten Heucobs sehen ja nach dem Einweichen aus, wie durch den Mixer gedreht, Heumatsch eben. Die Proppen ergeben eher etwas wie Grünschnitt. Man kann noch Halme erkennen. Dadurch müssen die Pferde mehr kauen und das Volumen ist größer. Und der Geruch ist eben auch viel intensiver und "grüner" als bei den meisten Heucobs.

Gegenüber Heu liegt der Vorteil natürlich darin, dass sie staub- und schimmelärmer/-frei sind. Das ist für Allergiker schon ein Vorteil. Allerdings frisst mein Pferd an Heu natürlich viiiiiel länger, weil es schon noch deutlich mehr Struktur hat und vor allem trockener ist, also mehr eingespeichelt werden muss.

Wie hat dein Pferd die Heu-Proppen über den Testzeitraum angenommen (Fressgenuss, Kautätigkeit, Appetit,...)?

Ricardo hat die Proppen immer sehr gerne gefressen. Ich habe sie manchmal pur und manchmal mit etwas Müsli gemischt gefüttert und er hat seine Portion immer schmatzend vertilgt. Durch die grobe Struktur musste er ganz schön daran kauen. Ich hätte aber erwartet, dass er länger darüber frisst. Der Trog war schon immer ziemlich schnell leer geputzt. Auch untergemischte Medikamente (Schleimlöser) konnten den Genuss nicht schmälern. Er ist allerdings auch ein Pony der Kategorie "Allesfresser"!

Konntest du Veränderungen im äußeren Erscheindungsbild deines Pferdes feststellen (Fellbeschaffenheit und -glanz, Gewichtszu- oder -abnahme)?

Nein, das wäre gelogen. Er sah vorher gut aus und tut es jetzt auch.

Konntest du Veränderungen im Verhalten deines Pferdes feststellen (Nervosität, Ausgeglichenheit, Energie, ...)?

Das ist schwer zu sagen. Er ist definitiv etwas ruhiger geworden. Allerdings wurde er auch kurz vor Beginn der Testphase kastriert. Ich würde das also eher auf die fehlende Männlichkeit, als auf die Fütterung zurückführen. ;-)

Wie verhielt es sich mit der Verdauung des Pferdes (Beschaffenheit des Pferdekots, Häufigkeit der Ausscheidungen, ...)?

Auch hier habe ich eigentlich keine Veränderung festgestellt. Die Äppel waren vor und während der Testphase gut, fest und geformt. Mit Kotwasser oder Durchfall hat er höchstens mal im Sommer Probleme, wenn die Wiese gewechselt wird. Jetzt im Winter bei 24 Stunden Heu auf dem Paddock ist seine Verdauung problemlos. Auch an der Menge könnte ich keinen Unterschied behaupten.

Welche weiteren Eindrücke von den Heu-Proppen hast du?

Sie sind eine schöne Ergänzung unserer, schon vorher sehr raufutterreichen, Fütterung. Ricardo mag sie wirklich sehr gerne.

Hat die Fütterung der Heu-Proppen deine Erwartungen an das Produkt erfüllt? Warum/warum nicht?

Jein. Meine Erwartungen an die Qualität und die Akzeptanz wurden voll erfüllt. Es ist wirklich ein schönes Produkt, um die Krippenfutterration aufzuwerten, energiearm Medikamente untermischen zu können oder die Fresszeit etwas zu verlängern.
Als Raufutterersatz kann ich sie mir allerdings für ein Pferd, das noch in der Lage ist Heu/Heulage zu kauen, nicht vorstellen. Dafür werden sie zu schnell gefressen (vielleicht wegen der Feuchtigkeit?). Um die Fresspausen gering zu halten, müsste ich entweder Unmengen davon bereitstellen (unbezahlbar) oder immer wieder am Tag kleinere Mengen anbieten (als berufstätiger Mensch nicht machbar). Dazu kommt bei "ganztägiger Fütterung" das Problem, dass sie aufgeweicht wahrscheinlich im Sommer schlecht werden und im Winter einfrieren. Ich könnte sie also nicht den ganzen Tag vorbereiten und z.B. durch einen Futterautomaten füttern lassen.

Wenn ich keine Alternative mehr hätte (z.B. wegen Zahnproblemen), würde ich sie sehr wahrscheinlich normalen Heucobs vorziehen, aber gegen Heu und Heulage als ganztätiges Raufutterangebot kommen sie für ein kaufähiges Pferd meiner Meinung nach nicht an. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, sie zur Aufwertung des Krippenfutters oder als alleiniges Krippenfutter in Phasen mit geringem Energiebedarf (Verletzung, Trainingspause) weiter zu füttern.
Richardo hätte auf jeden Fall nichts dagegen. :-)

Wir bedanken uns ganz herzlich, dass wir eure leckeren Proppen testen durften!

 

Was sagen die anderen Tester zu den Heu-Proppen?

Antje & Belize

Stefan & Ruvero

Alina & Dequilla

Kira & Alexa

Der Test im Überblick  

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