Insektenschutz für Pferde

Fliegen, Zecken, Mücken, Bremsen: Diese Insekten sind echte Plagegeister. Jetzt im Sommer summt und schwirrt es wieder überall. Von Kot und Wärme werden die meisten Insekten geradezu magisch angezogen.

Fliegen

Fliegen sind vor allem lästig. Pferde schlagen mit dem Schweif, schütteln und wälzen sich, um die aufdringlichen Insekten loszuwerden. Wenn sich Fliegen aber im Augenbereich niederlassen und dort Kot und Eier ablegen, können zum Beispiel Bindehautentzündungen entstehen. Deshalb empfindliche Vierbeiner mit einer speziellen Augenmaske, die im Reitsporthandel zu erhalten ist, schützen. Auch Stirnbänder mit langen Fransen sind für die geplagten Pferde eine Wohltat. Beim Reiten schützen spezielle Fliegensprays. Eine billige Alternative ist Apfelessig, der in eine Sprühflasche gefüllt wird.

Stechmücken (Kriebbelmücken)

Stechmücken, im Sprachgebrauch auch Kriebbelmücken genannt, sind wahrscheinlich für das immer häufiger auftretende Sommerekzem bei Pferden verantwortlich. Internationale Studien haben erwiesen, dass diese kleinen schwirrenden Tierchen vor allem in der Abenddämmerung, über Nacht und wieder morgens die Pferdeweiden heimsuchen. Zum Vermehren braucht die Stechmücke Blut. Die nur fünf bis zehn Millimeter großen Insekten suchen sich bei Pferden gern weiche Hautstellen aus, bevorzugt in Bereichen, in denen die Haare senkrecht stehen. Die Mücke sticht also zu, aber bevor sie beginnt, das Blut mit pumpenden Bewegungen aufzusaugen, sondert sie etwas Speichel ab, damit das Blut nicht gerinnt. Und genau darauf reagieren viele Pferde allergisch. Sie erkranken am sogenannten Sommerekzem. Die betroffenen Tiere leiden unter unerträglichem Juckreiz und nutzen jede Gelegenheit, um sich zu scheuern. Nach einiger Zeit sind Mähne und Schweifrübe so gut wie kahl, und es haben sich blutige und verkrustete Stellen gebildet. Um gefährdetet Tiere zu schützen, sollten sie nicht in den oben genannten mückenreichen Zeiten auf die Koppel gebracht werden. Außerdem ist es ratsam, erkrankte Tiere mit einer Ekzemerdecke, die den ganzen Körper umschließt, zu schützen. Im Handel sind zur Pflege und Vorbeugung dieser Krankheit zudem zahlreiche Produkte erhältlich.

Bremsen

Bremsen können so manches Pferd zur Weißglut bringen. Gerade bei Ausritten durch feucht-warme Waldgebiete fallen diese penetranten Blutsauger die schwitzenden Pferde an. Wenn sich so ein Insekt einmal festgesogen haben, ist es gar nicht so einfach von seinem Platz zu vertreiben. Selbst, wenn die Pferde sich heftig schütteln oder mit der Haut vibrieren, lassen sich die Bremsen nicht bei ihrem Blutmahl stören. Also am besten bei schwül-warmen Wetter feuchte Stellen meiden. Auch die handelsüblichen Insektensprays helfen. Wer der Flüssigkeit etwas Nelkenöl aus der Apotheke beifügt, kann die abwehrende Wirkung sogar noch steigern. Wenn auf Koppeln besonders viele Bremsen sind, können spezielle Bremsenfallen aus dem Fachhandel für Landwirtschaftsbedarf helfen.

Zecken

Zecken verbreiten sich aufgrund des milden Klimas immer mehr. Vor einigen Jahren waren diese Insekten in erster Linie im Süden Deutschlands zu finden. Nun gibt es aber auch im Norden immer mehr Zecken. Diese Tiere können auch bei Pferden die relativ unerforschte Krankheit Borreliose übertragen. Nach einem Zeckenbiss (beim Menschen und beim Pferd) sollte man auf gesundheitliche Veränderungen achten. Lustlosigkeit und Steifheit, eine überraschende Erkältung oder plötzlich auftretende Lahmheiten können Anzeichen einer Infektion sein.
Nicht jede Zecke trägt die Infektion. Wer es genau wissen will, sammelt die Zecke ab und lässt sie in einem Fachlabor auf Borrelien untersuchen. Die Erreger können das gesamte Nervensystem des Pferdes angreifen und Schäden verursachen, die sich nicht mehr heilen lassen. Deshalb ist eine Früherkennung (auch beim Menschen) besonders wichtig. Bei einer infizierten Zecke wird der Erreger erst nach 24 bis 38 Stunden ins Blut des Pferdes freigesetzt. Also je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer das Infektionsrisiko. Entfernen der Zecke am besten mit einer Zeckenzange, nicht drehen, sondern nur ziehen. Alle anderen Tipps wie Nagellack, Alkohol, zerquetschen, sind falsch, da die Zecke dann erst recht einen Teil ihres Mageninhaltes ins Blut des Pferdes spuckt. (wem)

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