Ohne Druck – so findest du die passende Sattelunterlage

Schabracke oder Satteldecke, Lammfell oder Gelpad… Blickst du noch durch im Dschungel der Sattelunterlagen? Mit unserem Ratgeber erfährst du, welche die passende Sattelunterlage für dich und dein Pferd ist!

Viele Kombinationen sind möglich

Wo ein Sattel ist, da ist auch eine Sattelunterlage. Egal, welche Reitweise oder welches Pferd – um Sattel und Tier zu schonen, Scheuerstellen zu vermeiden und den Schweiß zu regulieren, ist diese unerlässlich. Viele Pferdefans haben ganze Kollektionen schicker Schabracken im Schrank, oft in Abstimmung mit Bandagen und Fliegenhaube. Doch natürlich geht der Nutzen der Sattelunterlage weit über eine tolle Optik hinaus.

Wozu wird eine Sattelunterlage benötigt?

Ganz allgemein dient eine Sattelunterlage dazu, den Sattel vor dem Schweiß des Pferdes, vor Schmutz und leichter Reibung zu schützen. Auch wird umgekehrt das Gewicht von Sattel und Reiter gleichmäßiger auf dem Rücken des Pferdes verteilt und der Sattel an der gewünschten Position gehalten. Scheuerstellen an einzelnen Druckpunkten werden vermieden und Feuchtigkeit durch Schwitzen aufgenommen. Dennoch sollte eine Sattelunterlage nicht dazu dienen, dauerhaft einen nicht korrekt sitzenden Sattel auszugleichen.

Welche Typen der Sattelunterlage gibt es?

Die Wahl der Sattelunterlage hängt neben persönlichen Präferenzen zu Material und Optik in erster Linie davon ab, welche Art des Sattels genutzt wird und in welcher Sparte du unterwegs bist. Auch gesundheitliche Eigenheiten deines Vierbeiners können ausschlaggebend sein. Doch keine Sorge, in der Regel ist die geeignete Sattelunterlage schnell gefunden – wenn man weiß, wonach man sucht!

Die Schabracke
Viele Pferdebesitzer bekommen leuchtende Augen, wenn es um die Schabracke geht. Denn aufgrund der rechteckigen Form schaut diese Sattelunterlage gut sichtbar unter dem Sattel hervor. Damit bietet sich jede Menge Platz für optische Spielereien.

Knallige Farben und bezaubernde Muster sind aber natürlich nur ein toller Nebeneffekt. Schließlich soll die Schabracke natürlich in erster Linie alle Anforderungen einer guten Sattelunterlage erfüllen. Zusätzlich ist dann aber Platz für Individualität. So kannst du beispielsweise den Namen deines Lieblings auf die Schabracke sticken lassen. Auf Turnieren sieht man an jener prominenten Stelle oftmals auch das Logo eines Sponsors.

Besonders schick für alle barocken Pferde sind Barockschabracken. Neben passenden Mustern, wie beispielsweise Brokatimitationen, zeichnen diese sich durch eine spitz zulaufende Ecke aus und vermitteln so ein besonderes Flair.

Die Satteldecke
Die Satteldecke ist der Klassiker der Sattelunterlagen. Sie ist an die Form und Größe des Sattels angepasst und ist unter diesem kaum zu sehen. Wichtig ist, dass die Satteldecke dennoch größer ist als der Sattel und keine Falten wirft, da sonst Druck- und Scheuerstellen entstehen können.

Das Sattelkissen
Sattelkissen werden oft auch Sattelpad genannt und erfüllen in der Regel eine ausgleichende Funktion bei muskulären Defiziten oder dienen dem Stoßausgleich. Sie sind an den Seiten wesentlich kürzer, schauen somit nicht unter den Sattelblättern heraus und werden zusätzlich zu Schabracke oder Satteldecke genutzt.

Das Sattelkissen wird je nach Nutzungswunsch in verschiedenen Materialien angeboten. So ist Lammfell sehr beliebt, ebenso aber auch Gummi oder Filz. Zusätzlich gibt es verschiedene Füllungen, wie Gel oder Schaumstoff, die von Baumwoll- oder Synthetikstoff eingefasst sind.

Schaumstofffüllungen lassen sich oftmals auch separat in die Kissen einschieben, um so die Ausgleichsfunktion des Kissens zu erfüllen. Dies ist hilfreich, wenn das Pferd aufgrund von Krankheit oder Wachstum temporär muskuläre Ungleichheiten aufweist.

Das Sattelpad
Im Westernreitsport kommt in der Regel ein Sattelpad zum Einsatz. Dieses ist meist rechteckig und schaut unter dem Sattel hervor. Oft in bunten Farben, haben die Pads eine wichtige polsternde Funktion, denn der Westernsattel weist im Gegensatz zum englischen Sattel keine eigene Polsterung auf.

Nicht zu verwechseln ist das Westernpad mit dem Blanket. Diese Sattelunterlage ist ungepolstert und daher nicht als Pad-Ersatz geeignet, sondern sollte nur zusätzlich verwendet werden.

Schabracke AirTec

Da sitzt alles – die richtige Größe finden

One size fits all funktioniert natürlich auch bei Sattelunterlagen nicht. Generell gilt, dass eine Sattelunterlage stets unter dem kompletten Sattel liegen muss, damit keine Druckstellen entstehen. Doch genauso, wie zu kleine Satteldecken vermieden werden sollten, so ist auch von zu großen Modellen abzuraten. Denn bei einer zu starken Polsterung wird die Passform des Sattels verfälscht. Auch können sich Falten werfen, die dann drücken. Viele Sattelunterlagen haben zusätzlich spezielle Aussparungen im Bereich des Widerrists.

Wer erstmalig eine Schabracke oder Satteldecke kaufen will, dem kommen die Maßangaben vielleicht erst einmal kryptisch vor. Viele Hersteller haben leicht unterschiedliche Größeneinteilungen, daher lohnt es sich immer, ein wenig zu stöbern. In der Regel wird unterschieden zwischen:

D/DR: Diese Sattelunterlage eignet sich für Dressursättel. Hier wird auf das längere Sattelblatt geachtet.

VS/VSS/VSD: Hierbei handelt es sich um eine Sattelunterlage für Vielseitigkeitssättel. Einige Anbieter unterscheiden hier noch einmal zwischen Dressur und Springen. Gelegentlich läuft diese Form auch unter AP, nach dem englischen All-Purpose, was die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten unterstreicht.

SS/SR: Speziell für die Form des Springsattels eigenen sich diese Unterlagen. Sie sind kürzer, dafür aber nach vorne heraus runder und somit der Sattelform angepasst. Zusätzlich ist auch die Größe des Pferdes ausschlaggebend. Nicht alle Anbieter führen jede Größe

WB/VW: Steht für Warmblut (auch: Full) und Vollblut (auch: Cob). Ist nichts angegeben, handelt es sich in der Regel um reguläre Warmblutgrößen.

P/Po/Pony: Diese Sattelunterlage ist kleiner und eignet sich, wie der Name verrät, für Ponys. Einige Anbieter haben zusätzlich noch Shetty-Größen im Angebot.

KB: Weniger häufig gibt es auch besonders große Sattelunterlagen für Kaltblüter, die durch KB gekennzeichnet werden. Auch für schwere Warmblüter sind bei einigen Herstellern Extragrößen erhältlich.

Zusätzlich kann es sein, dass gerade beim Onlineshopping Anbieter ihre ganz eigenen Größentabellen haben, nach denen du dein Pferd vermessen kannst.

Beim Material die Qual der Wahl

Satteldecke AirTec

Ob Natur oder Hightech – beim Material der Sattelunterlage gibt es eine breite Auswahl von Möglichkeiten für jede Präferenz. Wichtig ist immer, dass das Material sich gut waschen lässt und dass das Pferd nicht zu sehr schwitzen lässt oder die Wärme staut. Viele Satteldecken sind aus Baumwolle. Dies hat den einfachen Grund, dass das Material dünn und leicht ist, den Schweiß des Pferdes gut aufnimmt und sich unkompliziert pflegen lässt. Jedoch leidet die Optik bei häufiger Nutzung und Wäsche.

Auch Lammfell gehört zu den beliebten Materialien. Als Naturprodukt ist es antibakteriell, atmungsaktiv und temperaturausgleichend und daher angenehm für das Pferd, allerdings sorgt es beim Reiter für viel Arbeit mit der Pflege. Um die Qualität zu erhalten, ist es wichtig, dass das Lammfell regelmäßig gebürstet wird und nach der Nutzung gut trocken kann. Auch ist auf spezielles Waschmittel zu achten, um die natürlichen positiven Eigenschaften des Lammfells zu erhalten.

Synthetische Materialen sind ebenso weit verbreitet. Gerade bei Gelpads und Schaumfüllungen sind nicht natürliche Materialien unvermeidlich. Auch synthetische Lammfellimitationen werden angeboten und erfreuen sich ebenso wie klassische Polyester-Schabracken großer Beliebtheit. Die Popularität begründet sich im oftmals günstigen Preis und der einfachen Reinigung und Pflege. Doch Polyester in Reinform ist weniger geeignet zur Schweißaufnahme und leitet die entstehende Wärme und Feuchtigkeit nur schlecht nach außen.

Im Westernbereich kommt häufig auch Neopren zum Einsatz. Dieses kann allerdings Feuchtigkeit nicht aufnehmen und führt zusätzlich gerade bei Winterfell oft zu Haarbruch. Doch mittlerweile gibt es viele synthetische Sattelunterlagen am Markt, die mangelnde Atmungsaktivität durch besondere Fertigungstechniken zu umgehen versuchen.

Aber warum eigentlich entweder oder? Ein besonderer Mix aus natürlichen Materialien und Hightech vereint sich in der von Engel-Reitsport entwickelten AirTec V-Line Serie. Ein hochwertiger Polymerkunststoff ist von beiden Seiten mit speziell entwickeltem Funktionsgewebe in dreidimensionaler, elastischer Struktur unterlegt. Die unterste Schicht besteht aus Lammfell mit einer fein perforierten Lederschicht.

Als Clou dieser Sattelunterlage nennen die Entwickler den Pumpeffekt. Die Sattelunterlage wird durch die natürlichen Reitbewegung zusammengedrückt, gewinnt dann aber bei der anschließenden Entlastung ihr ursprüngliches Volumen zurück. Die Experten von Engel-Reitsport erklären: „Durch diesen Pumpeffekt entsteht eine Ventilation und sorgt für optimalen Luft- und Feuchtigkeitsaustausch. Diese Funktion vermeidet einen Hitzestau mit starker Schweißbildung am Pferderücken und führt die feuchte Luft direkt vom Körper ab.“