On Tour mit Bee

Was hab ich da eigentlich für Hummeln (Bienen) im Hintern? Ständig on Tour. Irgendwas ist immer. Ein Lehrgang, ein Turnier, ein Ausritt in der Nachbarschaft – es gibt so viel zu entdecken und erleben. Im Winter haben wir genug Zeit, Kringel in der Halle zu drehen! Also so oft es geht, geht’s ab in die Welt!

Die Steigerung von Ausflug und Turnier? Urlaub mit dem eigenen Pferd. Als ich Jackomo ca. 6 Monate hatte, habe ich zum ersten Mal in meinem Leben davon gehört. Es gibt Menschen, die ihr Pferd mit in den Urlaub nehmen? Wie umständlich! Ist das nicht total absurd? Aber wenn die Pferde wie die Hunde zur Familie gehören, ist es nicht mehr so abwegig. Eigentlich ganz schön... Ihr könnt es Euch denken – inzwischen bin ich großer Fan von Urlaub mit dem Pferd.
Natürlich mache ich auch „normalen“ Urlaub und ich gehe nicht so weit, Bee in einem Frachtcontainer über die Weltmeere zu schicken – aber zumindest in meinem Hänger an irgendein Meer.

So war ich letztes Jahr mit Bee im Watt unterwegs. Aber zuvor habe ich bereits mit Jackomo Urlaubserfahrung gesammelt. Wir besuchten gemeinsam Verwandtschaft auf der Insel Fehmarn (meine, nicht seine). Ich habe ihn mitgenommen nach Bayern, wir sind in München im Englischen Garten geritten.

Jackomo hat mitten vor den chinesischen Turm geäppelt, das war total peinlich. Zum Glück kennt uns da niemand... diese Tatsache kann man bei Urlauben durchaus als Vorteil zählen! Peinlich war nämlich auch, als er in Luhmühlen vor den Plastikpferden scheute oder natürlich am Strand auf dem Absatz kehrt gemacht hat.
Das ist eine Idee, die man noch aus Wendy-Zeiten in sich trägt. Monatelange Planung, wochenlange Vorbereitung, stundenlange Fahrt, minutenlanger Weg zum Strand und dann – endlich kann man seine absolut dringendsten Kindheits-Pony-Träume verwirklichen und mit dem schwarzen Hengst am Strand galoppieren... aber der Hengst ist ein Wallach und dieser hat fürchterliche Angst vor den Wellen, den Schaumkronen und dem unendlichen Horizont. Es dauerte eine ganze Weile, bis er sich an das Salzwasser heran traute. Gut. Ich so als Stadtkind bin eben doch noch sehr naiv was diese Natur-Dinge angeht.
Aber man fährt ja nicht nur für einen Ausritt an die Küste, sondern ein paar Tage und geklappt hat der Galopp am Strand natürlich doch noch! (Plant das mit ein, wenn ihr ans Meer fahren wollt! Und plant unbedingt ein, mal mit dem Pferd ans Meer zu fahren!)

Home is where the Möhre is

Als Vielseitigkeitsreiter bin ich naturgemäß auch stets an schönen Geländestrecken interessiert. Man kennt ja irgendwann seine Geländeplätze um die Ecke und ist halt im Idealfall jeden Sprung seines Niveaus schon mal geritten. Die verändern sich ja nicht ständig.
Die Reiturlaube wurden also auch mit Vorliebe um Strecken oder Turniere drum herum gelegt. So machte ich Bekanntschaft mit wunderbaren Vereinen und traumhaften Geländestrecken. Da kommt mein Hummelbienenhintern voll auf seine Kosten.

Luhmühlen weckt Erinnerungen

Mit Bee habe ich noch keine Welt-Tourneen hinter mir. Sie ist ja noch klein. Aber auf einen ganz wunderbaren, spannenden Urlaub können wir bereits zurückblicken. Mit einer schönen VA in Beedenbostel, langen Wattritten in Cuxhaven und Ausreiten in Warendorf. Außerdem kleinere Kurzurlaube: ein langes Wochenende mal hier, mal dort. Umgeben von lauter Pferdemädels, einfach eine richtige Auszeit. Am besten noch ohne Handyempfang und weit weg von Büro und Großstadt. Mit Sekt.

Watt is dat

Bald ist es wieder so weit, ich fahre mit Bee in den Urlaub. Und Ria und Lotti sind natürlich auch im Gepäck. Mit mir noch Freundinnen inklusive tierischem Anhang und dann geht es los. Erster Stopp ist wieder ein Vielseitigkeitsturnier. Danach geht es weiter nach Holland, erster Auslandaufenthalt für Bee (abgesehen von Bayern ;-)). Mal sehen, wie schnell die Kleine sich an das Meer herantraut, das war im Watt ja logischerweise immer weit genug weg.

Koffer packen für ein Pferd ist unfassbar aufwändig. Schon mal den Stall gewechselt? Ungefähr Dreiviertel des gesamten Spint-Inhaltes kommt mit auf so eine vergleichbar kurze Reise. Je nach Zielort das Kraftfutter, alle Utensilien für die Starts in einer VA, Wechselschabracken, Stallapotheke, eine Decke für schlechtes Wetter... dazu noch 2 Hunde, mit Körbchen, Futter und Napf... und nicht zu vergessen: mein Koffer für Freizeit, Turnier und Strandurlaub. Zack, so ein 5-Sitzer samt Kofferraum ist komplett ausgeschöpft.

Mit Ria und Lotti on Tour

Also für all diejenigen, die nun Fernweh bekommen und schon Zielorte googeln – maximal 2 Personen pro Gespann. Das mit dem 4-Sitzer ist wie bei Fertig-Nudeln, die reichen auch nur für 4 Portionen, wenn man keinen Hunger hat. Ein Auto bietet nur Platz für die angegebenen Personen, wenn man nicht wirklich weit fahren möchte. Außerdem solltet ihr unbedingt einen Tag fürs Packen und einen fürs Ausräumen einplanen. Hierbei sind auch Grundkenntnisse in Tetris und eine hohe Planungsfähigkeit von Vorteil.
Ich teile aber gerne meine Erfahrungen: Am Turnier braucht man auf jeden Fall die Kopfnummer, die ganz unten liegt. Es ist völlig egal, wie professionell ihr die Sattelkammer vom Hänger oder den Kofferraum vollstopft, nach 0,5h am Zielort ist ein Durcheinander entstanden, da werden Grundschulkinder neidisch! Fehlen nur noch ein paar Legosteine – aber die lohnen sich im Durcheinander auch erst richtig, wenn man barfuß läuft...

Aber wer will sich in seinem Urlaub schon um so etwas kümmern? Ich zumindest nicht. Am Ende von Tag 1 wird alles in die Lücken gestopft und die Tür zugedrückt wie in der japanischen Metro! Was auf dem Hinweg reingepasst hat, muss ja auch zurück gehen... Alle Frauen kennen diese Situation ja schon vom eigenen Gepäck – aber nicht unterschätzen! Auch im Pferdeurlaub lauert diese eine große Gefahr: Shopping! Natürlich müssen Reitsportfachgeschäfte überfallen werden, nirgendwo macht man so gute Schnäppchen, wie im entlegenen Fachhandel.

Wenn ich also in etwa einer Woche in mein nächstes Mädels-Urlaub-Reitabenteuer starte, rechne ich die Duty-Free-Einkaufstüte auf jeden Fall zu meinem Gepäck hinzu. Auch wenn der bisherige Text (absichtlich) den Eindruck hinterlässt, ich wäre eine High-End-Lugagge-Supervisor-Managerin, das bin ich nicht! Muss ich an dieser Stelle dann doch zugeben.

Mal etwas Neues erleben!

Ich möchte mich hier nicht mit fremden Federn schmücken. Da kenn ich ganz andere Leute. Ich sag nur Klappstuhl. Kühltasche. Schlafmaske. Das sind die idealen Begleitpersonen für eine jede Reise. Ein Snack gefällig? Heimischer Apfelwein im Norden des Landes? Extended-Version Reiseapotheke samt Globuli, Kompass, Regencape, Powerbank oder gut sortierten Reiseunterlagen? Null Problemo! Die mehrseitige PowerPoint-Präsentation vom zu erwartenden Reiseablauf kann jederzeit Anwendung finden, etwaige Staus werden umfahren und die Spritpreise im Auge behalten!

Bei mir geht ja kurz vorm Ziel auch mal der Akku vom Navi zu Ende oder ich habe die Hoteladresse direkt unter den Turniernummern verstaut. Hunger bekomm ich sowieso direkt auf der Autobahn und Pipi muss ich grundsätzlich nach der Raststätte! Da darf man sich dann einfach nicht aufregen – oder man hat Freunde aus dem internationalen Organisationsmanagement. Die haben das dann im Blut. War früher schon immer mit meiner großen Schwester so. Ich verlauf mich beinahe am Bahnhof, weil ich bei der Gleis-Suche von der Essensreklame abgelenkt werde – sie hat eine dieser praktischen Bauchtaschen und den Überblick über Zugnummer und Umsteigezeiten. Sie kennt alles auswendig! Im weiteren Reiseverlauf habe ich gerne mal den falschen Weg eingeschlagen, nachdem ich auf der Zugtoilette war... und merkte dies oft erst wenn ich das Ende des Zuges erreicht hatte. Meine alles überblickende Schwester hätte diesen Fauxpas ja schon an der allerersten Sitznummer bemerkt. Verheimlichen kann man so eine auffallend lange Abwesenheit im Zug auch sehr schlecht. Ein mitleidiges Augenrollen empfängt mich dann nach meiner Wanderung durch den ICE. Ich war ja heilfroh, dass so ein Zug nicht noch 2 Stockwerke hat!

Aber ich schweife ab. Zurück zu mir und meinem Gespann. Ich habe nämlich noch etwas dabei, wofür ich nun doch noch einen ländlichen Organisationspreis abstauben kann. Haltet euch fest! Auf meiner Hänger-Deichsel befindet sich ein Fahrrad-Träger! Ist das nicht cool? Ziemlich gut vorbereitet, da staunt ihr! Jaja, ich hab es voll drauf! Ja klar, benutzt hab ich das Rad natürlich auch schon... zuletzt zum Gelände-abfahren... ja... da hatte ich dann einen Dorn im Reifen stecken und somit einen Platten. Das war weit weg vom Hänger und ich musste schieben. Nein, einen Ersatzreifen habe ich jetzt trotzdem nicht dabei... ok... versteh schon... wird wohl doch nix mit dem Organisations-Preis... aber ich reg mich auch nicht auf, wenn ich schieben muss. ;-)

Vier Beine - zwei Räder
 

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