Pferde: Headshaking

Es gibt Pferde, die eigentlich nicht zu reiten sind. Gerade im Frühling und in der Sommerzeit schlagen diese Vierbeiner bei der Arbeit ständig mit dem Kopf. Eine stetige Anlehnung an das Gebiss ist nicht möglich. Viele Reiter sind schier verzweifelt. Dieses Phänomen wird als „Headshaking“ (Kopfschütteln) bezeichnet. Die Symptome sind sehr auffällig: Die betroffenen Pferde schlagen plötzlich mit dem Kopf, niesen, schnauben und reiben sich auch sehr oft mit der Nase an den Beinen. Diese Symptome treten vor allem im Frühjahr und in den Sommermonaten auf. Besonders schlimm wird es bei starker Sonnenstrahlung, Pollenflug und vielen Insekten in der Luft. Auch Arbeit und Stress führt bei diesen Pferden dazu, besonders stark mit dem Kopf zu schlagen.


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"Headshaking, ein Begriff aus dem englischen und wörtlich mit "Kopfschütteln" zu übersetzen"  ! Bitte auf das Bild klicken. Sie sehen dann 3 informative Videos zum Thema Headshaking ></a>
Tierärzte können in diesen Fällen ebenfalls nur mit dem Kopf schütteln. Bei den betroffenen Pferden lässt sich nur selten ein organisches Leiden diagnostizieren. Aber irgendetwas muss diese Pferde doch unheimlich nerven? 
Tatsächlich haben Forscher der Universität Davis in Kaliforniern eine wohl zutreffende Ursache für das <strong>„Headshaking“</strong> gefunden. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass eine durch Licht bedingte Reizung der Nase das Kopfschütteln verursacht. Ein solches Phänomen ist auch in der Humanmedizin bekannt. Vermutlich empfinden die betroffenen Vierbeiner einen starken Juckreiz in der Nase, den die durch das Schlagen und Schütteln mit dem Kopf loswerden wollen. Ursache für den Juckreiz ist wohl eine falsche Impulse des <strong>Trigeminus-Nerven</strong>. Dieser Nerv übermittelt normalerweise Empfindungen im Bereich des Kopfes direkt in das Gehirn und wird daher auch Hirnnerv genannt. Was andere Pferde überhaupt nicht wahrnehmen, löst bei den „Headshakern“ offensichtlich Juckreiz aus. Über die Gründe dieser falschen Nervenreaktionen wird viel spekuliert. Einiges scheint darauf hinzudeuten, dass Herpesinfektionen zu einem solchen Verhalten führen können. 
<strong>Behandlung von Headshaking</strong>
Etwa drei viertel der betroffenen Pferde kann durch verschiedenen Methoden geholfen werden. Zunächst kann der Tierarzt versuchen, die Symptome mit dem Medikament „Cyproheptadin“ zu behandeln. In einer Studie der Klinik für Wiederkäuer- und Pferdemedizin der Universität Zürich wurde die Wirksamkeit dieses Medikaments bestätigt. Die Wissenschaftler untersuchten zweiundzwanzig Pferde, die unter durch das Licht verursachtem Headshaking litten. Am deutlichsten zeigte sich das Headshaking während des Reitens bei direkter Sonneneinstrahlung. Im Gegensatz dazu war während des Reitens in der Halle nur geringe Symptome feststellbar. Alle zweiundzwanzig Pferde wurden zweimal täglich mit Cyproheptadin behandelt. Fast aller Pferde zeigten geringere Beschwerden. Nebenwirkungen traten allerdings in Form von Apathie, Kolik und Inappetenz auf (Quelle: Praktischer Tierarzt 83). 
Eine weitere Möglichkeit ist, die betroffenen Pferde nicht der direkten Sonneneinstrahlung auszusetzen. Vierbeiner mit sehr starken Beschwerden sollten bei Sonnenschein lieber im Stall bleiben. Gute Erfolge erzielen Pferdebesitzer auch mit Augenmasken und speziellen Abdeckungen für die Nüstern, die die Lichteinstrahlung stark reduzieren. (wem)<br><br>Lesen Sie auch: <a href=Bachblütentherapie bei Pferden,

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