Pferde: Magengeschwüre

Pferde und Magengeschwüre? Pferdebesitzer schütteln oft fassungslos mit den Kopf. Für viele erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass ihr Vierbeiner an so einer „Zivilisationskrankheit“ leiden soll. In der Humanmedizin ist bekannt, dass Stress und falsche Ernährung beim Menschen zu Magengeschwüren führen können. Neueste Studien belegen, dass auch Pferde zunehmend unter Stress leiden. Vor allem nicht artgerechte Haltungsbedingungen und intensives Training macht den Vierbeinern zu schaffen. Folgende Häufigkeiten haben sich bei den Studien ergeben:

  • 25 bis 50 Prozent der Fohlen bis zu einem Alter von drei Monaten sind betroffen
  • 60 bis 93 Prozent der Galopper (Vollblüter)
  • bis zu 58 Prozent der Turnierpferde (Warmblüter)
  • bis zu 50 Prozent der Traber
(Quelle: Equitop)

Symptome Wenn ein Pferd wenig Appetit hat und abmagert, kann dies ein Zeichen für eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür sein. Weitere Anzeichen: schlechter Allgemeinzustand, Durchfall, verminderte Leistungsfähigkeit, Maulgeruch, apathisches Verhalten. Bei Fohlen: stumpfes Haarkleid, schlechte Entwicklung, Durchfall, Koliken.

Hinter diesen Symptomen können natürlich auch andere Krankheiten stecken, deshalb muss der Tierarzt eine Magenspiegelung (Gastroskopie) durchführen, um eine sichere Diagnose stellen zu können. Der Veterinär führt dabei ein mindestens zwei Meter langes, flexibles Endoskop durch die Nase und leuchtet auf diese Weise die Magenhöhle aus.

Ursachen
Der Magen des Pferdes ist auf 16 Stunden Verdauung pro Tag ausgerichtet. Deshalb produziert er – anders als der Mensch – ständig Säure. Wenn ein Pferd zu wenig Raufutter frisst, wird die Säure nicht hinreichend verbraucht und greift dann die Magenschleimhäute an. Nur Raufutter sorgt dafür, dass der Vierbeiner gründlich kaut und genügend Speichel bildet. Kraftfutter wird viel zu schnell hinuntergeschlungen.

Bei Stress wird über das vegetative Nervensystem die Magen- und Darmtätigkeit angeregt und zu viel Magensäure produziert. Die Folge: Die Magenschleimhaut entzündet sich, später bilden sich Geschwüre.

Behandlung
Es gibt verschiedene Medikamente, um eine Heilung der Magenschleimhaut anzuregen. Der Tierarzt kann zum Beispiel ein Mittel verabreichen, das sich schützend auf die Magenschleimhaut legt. Zudem gibt es Arzneien, die vorübergehend die Bildung von Magensäure reduzieren. Ganz wichtig ist es jedoch, die Haltungs-, Fütterungs- und Trainingsbedingungen des Pferdes zu verbessern. Denn nur dann, wenn auch die Stressfaktoren wegfallen, kann eine Heilung erzielt werden.

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