Pferde verladen

In der Turniersaison müssen Pferd und Reiter oft lange Strecken zurücklegen, um an den Veranstaltungsort zu gelangen. Das geht nur mit einem Auto und Anhänger. Die Pferde müsen dann verladen werden. Für mache Vierbeiner ist das auch überhaupt gar kein Problem. Die trotten lieb und brav die Rampe hinauf, als ob sie in den Stall geführt werden. Andere geraten schon beim Anblick des Gefährtes in Panik und stemmen gleich alle Viere in den Boden. Nach dem Motto: "Da kriegst du mich nun auf gar keinen Fall rein!".

Pferde, die sich nicht verladen lassen, haben schon viele Pferdebesitzer zur Weißglut gebracht. Da ist man um fünf Uhr morgens aufgestanden, um zum Turnier zu fahren und nun will der Vierbeiner partout nicht in den Hänger. Oder ein Transport zur Tierklinik steht an. Vielleicht hat das Pferd sogar eine Kolik und jede Minute zählt, aber das kranke Pferd will auf gar keinen Fall die Rampe betreten. Ein Pferd kann nun mal nicht hinauf getragen werden. Deshalb muss der Vierbeiner schon von selbst da rauf. Aber wie?

Pferdetrainer wie Monty Roberts und seine Schülerin Andrea Kutsch sowie Michael Geitner ("Be strict") haben es immer wieder mit Pferdebesitzern zu tun, deren Pferde sich weigern in den Hänger zu gehen. Alle bieten ein Training an, um dieses Problem zu lösen. Nicht selten haben es Pferdebesitzer in Kauf genommen, eine lange Strecke zum Training zu reiten. Denn Verladen war auch nach drei Stunden nicht drin. Oft wird versucht, das Pferd mit Leckerlis „zu überreden“, den Hänger zu betreten. Meistens klappt das aber nicht. Die Möhre wird gefressen, aber trotzdem hat sich der vierbeinige Liebling keinen Zentimeter bewegt. Oder es werden Gehilfen herbeigerufen, die an beiden Seiten Spalier stehen und das Pferd mehr oder weniger in den Hänger jagen. Keine gute Idee.

Denn beim Verladen gilt zunächst: In der Ruhe liegt die Kraft, aus der geschöpft werden muss. Turnier, Tierklinik: Solche Ziele bedeuten für ein Pferd erst einmal Stress. Wichtig ist, mit dem Verladetraining schon vor solchen Terminen zu beginnen. Vielleicht stellt man den Hänger mit geöffneter Rampe zunächst auf die Koppel. Dann kann sich das Pferd schon einmal an den Hänger gewöhnen und erkennen: Das ist gar kein Monster.

Zu Beginn ist es gut, wenn zumindest ein Seite begrenzt wird, zum Beispiel durch eine Wand. Man kann den Hänger auch vor die Stalltür fahren – und es auf diese Weise das erste Mal versuchen. Wichtig ist, dass der Hänger fest steht, die Rampe nicht wackelt und nicht rutschig ist. Dann kann es losgehen. Viele machen den Fehler gleich die Rampe ins Visier zu nehmen, nach dem Motto: Jetzt geht es los. Da gehen bei vielen Pferden die Alarmglocken an. Ein guter Tipp ist es, erst einmal so zu tun, als wäre alles normal. Man kann zum Beispiel das Pferd einige Meter vor der Rampe zum Stehen bringen, einen Helfer bitten, das Pferd zu halten, und in Ruhe die Transportgamaschen anbringen. Erst dann geht es weiter. Trotzdem will das Pferd nicht?
Andrea Kutsch, Monty-Roberts-Schülerin, würde in einer solchen Situation erst einmal einen Joint-up, machen, das heißt eine Vertrauensbasis zu dem Pferd schaffen. Ebenso verfährt Michael Geitner, der die Methode „Be strict“ entwickelt hat. Er bringt das Pferd durch Vorwärtsgehen und Rückwärtsrichten dazu, aufmerksam zu sein und dem „Menschen“ zu folgen. Immer wenn das Pferd stehen bleibt und Druck erzeugt, sollte der Strick gelockert werden. Das Pferd soll freiwillig den Hänger betreten, ziehen bringt nichts.

Gerade das Rückwärtsrichten ist eine gute Übung. Ein „Ich-geh-nicht-in-den- Hänger-Pferd“ kennt wahrscheinlich nur die Situation, dass es vor dem Hänger vorwärst gehen soll. Entweder der Mensch zieht am Strick oder macht von hinten Druck. Wenn in dieser Situation der Pferdebesitzer energisch ein Rückwärtsrichten verlangt, ist der Überraschungseffekt auf seiner Seite. Dann kann er es mit dem Vorwärts- und auf die Rampegehen versuchen. Wenn sich nach diesen Übungen das Pferd immer noch nicht verladen lässt, kann ein kleiner Trick weiter helfen. Der Pferdebesitzer übergibt das Pferd dann einer anderen Person, zum Beispiel einer Freundin. Normalerweise ist der Vierbeiner in so einem Moment zu genervt, um sich nun auch noch mit einem zweiten Menschen anzulegen. Die Freundin arbeitet nun mit dem Pferd auf die gleiche Weise weiter, das heißt sie lässt es vorwärts und rückwärst gehen. Dann wird der Moment kommen – so nach fünf Minuten – in dem das Pferd nur noch seine Ruhe haben will. Also geht es in den Hänger, denn da sind wenigstens keine nervigen Menschen. Diesen „Trick“ hat Michael Geitner entdeckt. In seiner Arbeit hat er sich schon oft bewährt.

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