Pferdekauf: Welches Pferd passt zu mir?

Jedes Pferd hat einen anderen Charakter. Es gibt ängstliche, „dickfellige“, nervöse, gutmütige und verschlossene Tiere. Wer mit seinem zukünftigen Pferd eine gute Beziehung aufbauen will, sollte sich einen Vierbeiner aussuchen, der auch vom Wesen her zu ihm passt. „Gleich und gleich gesellt sich gern“ – ist ein Sprichwort, das sich auch in der Pferdewelt bestätigt. Oft suchen sich nervöse Menschen Pferde aus, die sehr sensibel und „guckig“ sind, während sich robustere Reiter eher von phlegmatischen Typen angezogen fühlen. Leider ist eine solche Pferd-Reiter-Beziehung nicht optimal. Ein ängstlicher Reiter überträgt seine unsicheren Gefühle auf sein ebenfalls sensibles Pferd, sodass Schwierigkeiten fast vorprogrammiert sind. Vor einem Pferdekauf sollte jeder Reiter sich genau überlegen, welcher Typ Pferd am besten zu ihm passt.

Das Sensibelchen
Fast alles Pferde sind empfindsam. Diese Eigenschaft war in der freien Wildbahn überlebenswichtig. Nur ein Vierbeiner, der jedes Geräusch und jede Bewegung im Gebüsch rechtzeitig bemerkte, konnte sich vor einem möglichen Angreifer in Sicherheit bringen. Es gibt aber Pferde, bei denen diese Empfindsamkeit besonders ausgeprägt ist. Oft handelt es sich um feingliedrige Pferde, etwa Vollblutaraber oder hoch im Blut stehende Warmblüter. Diese Pferde reagieren schon auf sanfte Berührungen, haben ein waches Auge und Ohren, die sich besonders draußen ständig bewegen, um alle Sinneseindrücke aufzunehmen. Solche Pferde brauchen einen Menschen, der ebenfalls eher sanft ist, aber auch ruhig und ausgeglichen, damit die Sensibilität ihres Pferdes sich nicht zur Hysterie steigert.

Der Hysteriker
Hysteriker haben sich meistens aus einem zu sehr „betütelten“ ängstlichen Pferd entwickelt. Solche Vierbeiner lassen sich nicht verladen oder anbinden, können nicht draußen auf dem Reitplatz bewegt werden, weil dort Bänke oder Blumentöpfe stehen, oder sie scheuen, wenn plötzlich Sonnenstrahlen durch die Fenster der Halle einfallen. Wenn der Tierarzt kommt, weigern sie sich aus der Box zu gehen und der Hufschmied muss erst ein Beruhigungsmittel verabreichen, damit er das Pferd beschlagen kann. Nur wer sehr sicher, erfahren und ausgeglichen ist, sollte sich so einen Freizeitkameraden aussuchen.

Der Ruhige
Solche Pferde kann so leicht nichts erschüttern. Flatterbänder im Wind, knatternde Traktoren oder eine aufgescheutes Reh, das aus dem Dickicht prescht, erzeugen bei dem ruhigen Vertreter nur eine Ohrenzucken, wenn überhaupt. Für unsichere Menschen oder Anfänger sind solche Pferde ideal. Allerdings gibt es auch einen Nachteil. Ruhige Pferde sind auch unter dem Sattel eher phlegmatisch, „triebig“ und nicht so sensibel am Bein. Wenn „der Ruhige“  jeden Tag das gleiche Programm in der Halle absolvieren muss, schlurft er irgendwann nur noch lustlos durch den Sand. Solche Vierbeiner haben eine „innere Uhr“. Die wissen ganz genau, wann ihre „Stunde“ um ist – und fallen dann fast von selber in den Schritt! Das Zauberwort heißt hier: Abwechselung. Also einmal ins Gelände gehen, ein kleines Cavaletti in die Dressurstunde einbauen oder Bodenarbeit. Wenn „der Ruhige“ auf diese Weise bei Laune gehalten wird, ist er bestimmt ein toller Freizeit- und manchmal sogar Sportpartner.


Das Schlitzohr
Es gibt Pferde, die sind ziemlich schlau. „Warum soll ich mich anstrengen?“, sagen die sich, wenn sie ihren vom Büroalltag gestressten Menschen sehen, „mein Reiter hat doch auch keine Power.“ Ein „Schlitzohr“ kann an guten Tagen wie ein Grand-Prix-Pferde gehen, aber am nächsten Tag weiß er nicht mehr, wie Rückwärtsrichten funktioniert. Zu Beginn der Stunde trabt er anstandslos am Baumstamm vorbei, eine Runde später bleiben er aber an der gleichen Stelle entsetzt und mit vor Angst geweiteten Augen stehen. Ein „Schlitzohr“ denkt sich jeden Tag etwas neuen aus, braucht also einen kreativen Reiter, der immer ein „Ass im Ärmel“ hat. Für Menschen, die eine Herausforderung lieben, ist ein „Schlitzohr“ durchaus geeignet, andere kann so ein Tier bestimmt zur Verzweifelung bringen.

Der Babysitter
So ein Pferd wünscht sich eigentlich jeder Reiter. Solche Tiere werden gern als „Lebensversicherung im Gelände“ bezeichnet. Sie passen auf ihren Reiter auf, selbst wenn dieser einmal ins Rutschen kommt. Dann halten sie z.B. nach einem Sprung vorsichtig an, blicken sich um und warten, bis ihr Reiter wieder richtig sitzt. Solche Pferde haben ein ganz feines Gespür dafür, wenn jemand schwach und ängstlich ist. „Babysitter“ sind deshalb auch besonders als Therapiepferde geeignet.

Der Professor
Pferde, die im Turniersport erfolgreich waren, aber nun aus Altergründen nicht mehr eingesetzt werden, sind die idealen Lehrpferde, eben „Professoren“. Ein solches Pferd wird immer dann die Lektionen ausführen, wenn der Reiter die richtigen Hilfen gibt. Viele erfolgreiche Reiter haben auf diese Weise ihre ersten Sporen verdient. Ein Nachteil ist, dass solche Pferde meistens schon älter sind. Wenn sie aber gesund sind und vor allem keine Probleme mit den Beinen haben, kann man sie noch lange reiten. Außerdem sind sie nicht so teuer wie ein Pferd, das am Anfang der Turnierkarriere steht.

Das könnte dich auch interessieren...

10 Looks, die von Pferden inspiriert wurden

10 Looks, die von Pferden inspiriert wurden ...

Erstellt: 28.01.2015

Das richtige Outfit beginnt mit der richtigen Frisur! Egal ob für Date, Feier oder Alltag: ... mehr

Reiterferien erfolgreich präsentieren

Reiterferien erfolgreich präsentieren ...

Erstellt: 14.08.2014

Es ist ein Erlebnis der besonderen Art: als Anfänger die ersten Erfahrungen im Sattel samm ... mehr

Sommerzeit ist Ferienzeit!

Sommerzeit ist Ferienzeit! ...

Erstellt: 06.06.2014

Was liegt für viele Reiter da näher, als einen Urlaub auf dem Pferderücken zu buchen? Den ... mehr