Reiturlaub in Argentinien - Gaucho-Romantik pur

Was gibt es da zu entdecken? Erster Gedanke: riesige Rinderherden und „Gauchos“, die argentinischen Cowboys. Tatsächlich spielen die Rinderhirten bis heute in dem südamerikanischen Staat eine große Rolle. Der kleine „Gauchito“ war 1978 das Maskottchen der Fußballweltmeisterschaft in Argentinien. Die Viehzucht ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Land. Die Gauchos hüten in der Pampa am Fuß der Anden große Rinderherden. Das zarte und wohlschmeckende Fleisch wird in die ganze Welt exportiert. Die Grill-Spezialität der Gauchos – das Asado – ist heute auf vielen Speisenkarten zu finden. 

Die Arbeit der Gauchos ist hart: Vieh treiben, Pferde zureiten und Rinder markieren. Besonders geschickt sind die Reiter mit den „boleadoras“, drei an Stricke gebundene Steine, die den Rindern zum Einfangen um die Beine geworfen werden. Dies alles setzt natürlich auch eine perfekte Harmonie zwischen Reiter und Pferd voraus. Gute Reiter und Pferde haben deshalb in diesem Land einen hohen Stellenwert. Kein Wunder also, dass auch hier eine Pferdesportart zum „nationalen Kulturgut“ zählt: El Pato. Dieses Reiterspiel wurde erstmals 1610 urkundlich erwähnt und galt damals als eine echte Mutprobe. Dabei stritten die Gauchos ziemlich verwegen um eine Ente. Der Sieger überreichte das Tier seiner Liebsten und war ein wahrer Held.

Die Kirche verbot allerdings das blutige Spiel, weil nicht nur die Ente häufig getötet wurde, sondern auch so mancher Gaucho dabei starb. Doch heimlich lebte der Gaucho-Sport „El Pato“ - zu deutsch: die Ente – weiter. Allerdings hat man ihn zivilisiert: Heute ist es ein seriöser Sport mit festen Spielregeln. Zwei Mannschaften mit je vier Reitern treten auf einem 200 Meter langen Spielfeld gegeneinander an. Ein Lederball mit vier Griffen muss in einen Korb am Ende des Spielfeldes geworfen werden. „El Pato“ ist heute also eine Art Basketball zu Pferde.
Während Polo, das in Argentinien ebenfalls hohes Ansehen genießt, eher der Sport der reichen Eliten ist, war El Pato immer der Sport der Landbevölkerung. Doch auch die können sich diesen Sport heute immer seltener leisten. Auch wenn sie nicht zu solchen astronomischen Preisen gehandelt werden wie Polo-Pferde - Pato-Pferde sind teuer. Immerhin dauert es ein gutes Jahr, um aus einem guten Rennpferd ein Pato-Pferd zu machen. Reaktionsschnell, kurvengängig und mit Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h jagen die Pferde über das Spielfeld. (Quelle: SWR – Wissen im SWR).

Criollos: starke Pferde
Cirollos sind die Arbeitspferde  der Gauchos. Sie stammen von den ibersischen Pferden ab, die durch die spanischen Eroberer im 16 Jahrhundert nach Südamerika kamen. Vor 75 Jahren wurde ein einheitlicher Rassestandard festgelegt, der von den Zuchtverbänden in Südamerika streng kontrolliert wird. Demnach hat der Criollo einen Kopf mit geradem bis leicht konvexem Profil, einen starken Hals, eine kräftige, breite und tief angesetzte Brust, die Rückenlinie ist relativ gerade, die Kruppe rund mit tiefem Schweifansatz; er hat ein stabiles Fundament, ist kräftig bemuskelt und die Hufe sind klein und hart. Die ldealgröße liegt bei 1,44 Meter, zugelassen sind Abweichungen von 1,38 bis maximal 1,50 Meter, wobei jedoch empfohlen wird, 1,48 m nicht zu überschreiten (Stuten 2 Zentimeter weniger).  In Deutschland  wurde 1994 der CRIOLLO Zuchtverband Deutschland e.V. gegründet, der dem Spezialpferderassenverband Bayern angeschlossen ist. Mehr Infos unter: www.criollo-crzvd.de

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