Zu scharf gebremst? Muskelzerrung beim Pferd

Ob beim Toben auf der Weide oder durch unzureichendes Warmreiten – Muskelzerrungen beim Pferd kommen immer wieder vor und bedürfen einer Behandlung. Doch woran erkennst du, dass dein Pferd sich Muskeln gezerrt hat, was kannst du tun, wenn es geschehen ist und was hilft, um vorzubeugen?

Beim Toben auf der Weide geht es ganz schnell

Muskelzerrungen beim Pferd entstehen oft unbemerkt und werden zunächst vielleicht gar nicht als solche erkannt. Auslöser ist eine (plötzliche) Überbelastung, Ursachen gibt es viele: So kann es bei Rangeleien in der Herde oder übermütigem Toben auf der Weide zu Rutschpartien, Stürzen oder ruckartigen Bewegungen kommen, die für Zerrungen sorgen. Ebenso ist eine Überlastung durch den Reiter häufig die Ursache. Wird das Pferd nicht ausreichend warm geritten oder zu schnell und zu stark beansprucht, macht sich dies bemerkbar.

Was ist eine Muskelzerrung beim Pferd?

Eine Muskelzerrung ist ein sogenanntes leichtes Trauma und entsteht, wenn der betreffende Muskel stärker gedehnt wird, als es in der natürlichen Bewegung und Elastizität eigentlich möglich ist. Anders als bei einem Muskelfaserriss oder gar Muskelriss bleibt der Muskel an sich in seiner Struktur unbeschädigt und es tritt kein Blut aus.

Wie erkenne ich, ob mein Pferd einen Muskel gezerrt hat?

Muskelzerrungen lassen sich häufig nicht sofort erfühlen – die betreffende Stelle ist dann noch nicht auffällig erwärmt, es zeigt sich kein Bluterguss. Dennoch hat das Pferd Schmerzen, die es durch Lahmheit, Fehlstellungen oder Bewegungsunwille zum Ausdruck bringt. Da diese Symptome aber auch einen anderen Ursprung haben können, hilft der Tierarzt, weitere Ursachen auszuschließen und eine korrekte Diagnose zu stellen. Um langfristige Schäden zu vermeiden, sollte davon abgesehen werden, auf Vermutungen hin ohne tierärztliche Unterstützung zu behandeln.

Es ist passiert – das kannst du tun!

Ist klar, dass eine Muskelzerrung vorliegt, heißt es zunächst: Kühlen und schonen. Nach Möglichkeit sollte das Pferd in einer ruhigen Box untergebracht werden. Oftmals aber bleibt die Zerrung zunächst unbemerkt und zeigt sich dann in ihren Symptomen. Zusätzlich zur Boxenruhe können Salben die Heilung unterstützen, Schmerzmittel akute Beschwerden lindern und oral verabreichte Präparate, wie Magnesium, die Muskelentspannung und –regeneration fördern.
Wie lange das Pferd ruhig stehen muss, bevor es in kleinen Schritten wieder aufgebaut werden kann, hängt vom individuellen Heilungsverlauf ab. Eine langfristige reine Boxenruhe mit vorsichtigen Schrittspaziergängen stellt natürlich eine Belastung dar, vermeidet aber gerade in der Anfangszeit eine Verschlimmerung der Zerrung.

Im Anschluss gilt es, etwaige Kompensationshaltungen mit Massagen, sanfter Physiotherapie und dem langsamen Aufbau unterstützender Muskeln zu richten. Unterstützung bietet hier z.B. NeuroStim, das gerade der Arbeit von Physiotherapeuten und Heilpraktikern zugutekommen kann. In handlicher Größe stimuliert das Gerät mit mechanischer Schwingung Muskeln, Sehen und Faszien. Die Wirkung zeigt sich in der Regel bereits nach wenigen Behandlungen und ist gerade in Kombination mit sogenannten Sure Foot Pads sichtbar. Während es dem Vierbeiner zu Beginn noch sichtlich schwerfällt, alle vier Hufe auf den nachgebenden Pads zu halten, zeigt sich im Laufe der Behandlungen mehr und mehr, wie die Balance wieder gehalten werden kann, berichten erfahrene Anwender.

Effektive Regeneration mit NeuroStim

So können Muskelzerrungen vorgebeugt werden

Schaut man sich die Ursachen von Zerrungen beim Pferd an, so wird schnell klar, worin Lösungen zur Vorbeugung liegen. Während des Reitens, Longierens oder der Bodenarbeit sollte das Pferd ausgiebig aufgewärmt werden. Dies gilt umso mehr für jene Tiere, die hauptsächlich in Boxenhaltung leben. Zusätzlich ist es wichtig, den aktuellen Trainingsstand des Pferdes realistisch zu bewerten, um zu hohe Ansprüche an die Muskulatur zu vermeiden.

Wie eingangs beschrieben, sind Muskelzerrungen auch häufig eine Folge von Rangeleien unter den Vierbeinern oder abrupten Bewegungsänderungen auf der Koppel. Hier ist es hilfreich, wenn ein ausreichend großer Raum für Bewegung zur Verfügung steht, der vermeidet, dass das Pferd scharf bremsen oder starke Richtungswechsel vornehmen muss. Auch bleibt den einzelnen Mitgliedern einer Herde genügend Platz, sich bei der Nahrungsaufnahme aus dem Weg zu gehen.