Zusatzfutter für Pferde: Kräuter

Kräuter für Pferde sind als Zusatzfutter im Trend. Viele Futterhersteller bieten Kräutermischungen oder Pellets mit Zusätzen diverser Kräuter an. Durch dieses Futter soll die Mineralstoff- und Spurenelementversorgung und der Geschmack und der Geruch des Futters verbessert werden, aber auch die Gesundheit der Vierbeiner gefördert werden.

Pferde wissen genau, was ihnen gut tut. Und das fressen sie dann auch. Weidegras wird natürlich gern genommen, aber noch mehr Appetit haben unsere Vierbeiner auf die grünen Schätze der Natur: Kräuter.
Diese Tatsache ist durch eine Studie im Hundsmoor (Unterallgäu) bestätigt worden. Dort hat ein bekannter Pferdefutterhersteller getestet, was Pferde wirklich fressen wollen. Das Ergebnis war verblüffend: Im Sommer grasten die Pferde vor allem dort, wo zum Beispiel Zinnkraut und Brennnesseln wuchsen. Diese Pflanzen wirken schweißtreibend und regulieren den Wasserhaushalt. Dadurch können Hautprobleme – wie z.B. das Sommerekzem vermieden werden.
Gegen Ende des Jahres bevorzugten die Pferde Flächen mit Kräutern, die besonders gut für die Atmungsorgane sind, z.B. wo Thymian wuchs.

Die positive Wirkung von Kräutertabletten mit Pestwurz, Thymian und Primel bei Pferden mit Bronchitis hat auch eine Studie an der Wiener Veterinärmedizinischen Universität bestätigt. Prof. Rene van den Hoven fütterte ein Pferd, das an dieser Krankheit litt, mit Kräutertabletten. Für den Beweis musste der Vierbeiner mehrere Untersuchungen über sich ergehen lassen. Besonders wichtig war dabei die Messung der Lungenfunktion. Vor der Behandlung atmete das Pferd sehr stark in den Bauch, die Lungenfunktion war eindeutig eingeschränkt. 30 Tage lang bekam es Kräutertabletten. Das Resultat: Die Lungenfunktion war wesentlich besser als vor der Behandlung. "Für dieses Modell haben wir die Versuche gemacht mit Pestwurz, Thymian und Primel", schilderte Prof. van den Hoven dem Sender 3Sat. "Es sieht so aus, dass es wohl auf diese Pferde eine sehr gute Wirkung hat."

Kritische Stimmen warnen jedoch davor, Kräuter als Allheilmittel anzusehen. Gesunde, richtig ernährte Pferde seien auf Kräuter nicht zwingend angewiesen. Sei ein Pferd allerdings chronisch oder akut krank, müsse zunächst eine genaue Diagnose gestellt werden. Erst dann sei die Gabe von bestimmten Kräutern unter Umständen angezeigt. Schließlich sei zu berücksichtigen, dass es sich bei Kräutermischungen, für die mit spezifischen, pharmakologischen (von griechisch: Arzneimittel, Anm. der Redaktion) bedingten Wirkungen geworben werde, nicht um Futtermittel, sondern um Arzneimittel handele. So zum Beispiel bei der Teufelskralle, die eine stark entzündungshemmende Wirkung hat. Sie darf nicht mehr als Futtermittel verkauft werden.
(Quelle: Pferdefütterung, Helmut Meyer, Manfred Coenen, Parey Verlag)

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